Gegen den wachsenden Fachkräftemangel setzt Raisch verstärkt auf internationale Nachwuchskräfte. Geschäftsführer Matthias Raisch sagt: Gut die Hälfte der 42 Auszubildenden stammen aus dem Ausland. Bei der Rekrutierung aus Drittstaaten wie Vietnam oder Marokko hilft ihm die Bundesagentur für Arbeit. Wichtig: Für Raisch geht nicht nur um die fachliche Ausbildung, das Unternehmen übernimmt auch die ganzheitliche soziale Begleitung, unterstützt die Azubis intensiv bei Wohnungssuche, Behördengängen und Arztbesuchen. Ein weiteres Ziel ist, die jungen Menschen auch in lokale Vereine zu integrieren, damit sie erfolgreich im Schwarzwald ankommen.
Arbeitsmarktforscher Prof. Enzo Weber Ausbildungsstart: Was Arbeitgeber tun müssen, um Bewerber zu erreichen
Viele Ausbildungsstellen bleiben unbesetzt – viele Jugendliche wollen lieber direkt in den Beruf starten. Was müssen Arbeitgeber tun, damit sie Bewerber erreichen können?
Ein wichtiger Punkt sind die Deutschkenntnisse - und das ein oder andere Wort Schwäbisch.
Die bürokratische Unterstützung ist das eine, das andere ist die Sprachförderung – ohne die geht keine gelungene Integration. Während die Nachwuchskräfte bereits mit Grundkenntnissen auf B1-Niveau nach Deutschland einreisen und vor Ort weitere Sprachkurse besuchen, gehört im Alltag auch der lokale Einschlag dazu: „Ganz zum Start – wir sind ja ein bisschen auch hier im Schwabenland – schauen wir, dass sie auch das ein oder andere Wort im Schwäbischen lernen.“ Die jungen Menschen zeigten sich dabei äußerst motiviert, lernwillig und tatkräftig, sagt Raisch. Viele von ihnen würden nach dem Berufsabschluss direkt auf eine feste Stelle wechseln.
Auch Abiturienten setzen auf eine Ausbildung Immer mehr junge Pfälzer werden Handwerker
Die Angst vor KI ist bei den jungen Leuten groß. Auch in der Pfalz. Viele Schulabsolventen machen lieber auf eine klassische Handwerksausbildung als etwa auf ein Studium.
Wir merken, dass die ausländischen Auszubildenden einfach wahnsinnig motiviert sind.
Aus Sicht der Unternehmensführung bringt das internationale Azubi-Team auf allen Ebenen einen Mehrwert. Raisch sagt, der Austausch bereichere den Arbeitsalltag, weil auch die einheimischen Beschäftigten mit ganz unterschiedlichen Kulturkreisen in Kontakt kommen und so ihren Horizont erweitern könnten. Für den Großbetrieb mit seinen 800 Angestellten erweist sich das Modell als nachhaltige Erfolgsstrategie: So gelinge es der Konditorei, offene Stellen langfristig mit hochqualifizierten Nachwuchskräften aus den eigenen Reihen zu besetzen.