"Mein Rat: Kaufen und genießen!"- E-Autos boomen in Deutschland

"Diesel-Dieter“ – so verspotten im Internet manche E-Auto-Fahrer diejenigen Menschen, die trotz steigender Preise für Sprit und trotz Klimawandel immer noch eisern am Verbrennermotor festhalten. Immer mehr Menschen steigen aber um aufs E-Auto. Jedes dritte neu zugelassene Auto in Deutschland fährt inzwischen mit Strom. Die Hintergründe erklärt Birgit Priemer, Chefredakteurin von "auto motor und sport", im SWR-Aktuell-Interview bei Jonathan Hadem.

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Von Autor/in Jonathan Hadem

Der Markt für Elektroautos in Deutschland legt kräftig zu: Im September war mehr als jedes dritte neu zugelassene Fahrzeug strombetrieben, während es bei Verbrennern deutliche Rückgänge gab. Birgit Priemer, Chefredakteurin von "auto motor und sport", führt diesen Boom auf eine Kombination aus technischem Fortschritt und staatlichen Anreizen zurück. Die Fahrzeuge seien schlicht alltagstauglicher geworden, bieten höhere Reichweiten sowie schnellere Ladezeiten. Gleichzeitig wirke die staatliche Kaufprämie als wichtiger Katalysator, da sie "gerade in so volatilen Zeiten wie heute" besonders Familien mit geringerer Kaufkraft den Umstieg erleichtere.

Mit Blick auf den drei Milliarden Euro schweren Fördertopf rechnet Priemer damit, dass die Mittel die Nachfrage noch bis mindestens 2027 oder 2028 stützen werden. Nach dem Auslaufen der Prämien sei kein Einbruch des Marktes zu befürchten, weil zahlreiche neue Modelle den Markt erreichen. Zwar spiele auch die Entwicklung der Spritpreise eine wesentliche Rolle für die Kaufentscheidung, doch das wachsende Angebot bezahlbarer Fahrzeuge werde den Trend auf Dauer absichern.

Ich glaube nicht, dass die Nachfrage einbrechen wird.

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Chinesische Automobilhersteller profitieren derzeit überproportional von der deutschen Förderung, weil sie besonders viele billige E-Autos anbieten. Trotzdem sieht Priemer gute Chancen für deutsche Marken: allen voran der Volkswagen-Konzern, der weiterhin Spitzenplätze bei den Neuzulassungen belegt. Um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben, müssten heimische Autobauer ihr Angebot zügig erweitern. Priemer betont: „Was uns bislang gefehlt hat, waren in der Tat die finanzierbaren Autos, die kommen jetzt aber auf den Markt, und wir sehen ja auch daran, dass die Chinesen überproportional von der Förderung profitieren, weil sie in dem Segment einfach stärker sind.“

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