Besteht eine ethische Verpflichtung zum Klimaschutz?
Auch wenn der Klimawandel als Thema in den Hintergrund gerückt ist – extreme Wetterereignisse nehmen zu. Viele scheinen sich einig, dass wir alle verpflichtet sind, den individuellen Verbrauch von Treibhausgasen zu reduzieren. Aber ist das wirklich so?
Frauke Rostalski berichtet von Diskussionen im Deutschen Ethikrat dazu. Dabei ging es um die Frage, ob jedem in unserer Gesellschaft ein nachhaltiges, klimaneutrales oder zumindest CO2-minderndes Verhalten abverlangt werden könne. Eine Mehrheit sei dafür gewesen. Frauke Rostalski vertritt dagegen die Ansicht, dass keine Pflicht bestehe, weil das, was der Einzelne tun kann, derzeit ineffektiv sei.
Der Klimawandel ist eine globale Herausforderung, die kann nur global gemeistert werden.
Gegen den Klimawandel: Wie effektiv ist das Pariser Klimaschutzabkommen?
Die Idee des Pariser Klimaschutzabkommens sei richtig, meint Frauke Rostalski. Allerdings funktioniere sie in der derzeitigen Form nicht. Die Mitgliedsstaaten dürfen Selbstverpflichtungen abgeben, wie viel CO2 sie national einsparen wollen. Wird das Ziel nicht erreicht, gebe es keine Sanktionen. Das sei der politische Mindestkonsens gewesen, auf den man sich 2015 habe einigen können.
Menschliche Kooperation funktioniert nur, wenn sie auf Gegenseitigkeit angelegt ist. Das heißt: 'Du machst das, ich mache das'. Bei Paris ist das nicht so.
Tatsächlich lade das Pariser Klimaschutzabkommen zu Trittbrettfahrern ein, indem andere Staaten sich darauf ausruhen könnten, dass Europa viel für eine Verringerung des CO2-Ausstoßes tue.
Wir brauchen ein globales System, damit es effektiv diesem globalen Problem, dem Klimawandel, gewachsen ist. Das ist derzeit leider nicht der Fall.
Bericht der Landesanstalt für Umwelt Heißer, trockener, gefährlicher: Neue Daten zeigen drastische Klimafolgen in BW
Sinkende Grundwasserspiegel, geschwächte Wälder: Baden-Württemberg ist von den Folgen des Klimawandels besonders betroffen. Das Umweltministerium warnt vor weiteren Belastungen.
Ist der "Klimaclub" die Lösung für globalen Klimaschutz?
Die Idee eines "Klimaclubs" stammt vom Wirtschaftsökonomen und Nobelpreisträger William Nordhaus. Die Mitgliedstaaten des Klimaclubs würden dabei einen gemeinsamen CO2-Mindestpreis vereinbaren. Staaten, die nicht mitmachen, würden mit Sanktionen in Form von Zöllen belegt.
Bislang seien die Versuche, einen solchen Klimaclub zu schaffen, gescheitert. Frauke Rostalski sieht inzwischen aber bessere Voraussetzungen. In der Europäischen Union gibt es bereits den Emissionshandel, Ähnliches auch in China. Auch gebe es eine große Bereitschaft in den Ländern des globalen Südens. Es wäre zwar naiv anzunehmen, dass die USA derzeit direkt mitmachen würden, es könne aber dennoch eine Sogwirkung geben.
Derzeit wird jedes Jahr die Situation schlechter und schlechter. Und da schlage ich vor: Lasst uns doch wenigstens das machen, was erfolgversprechend ist.