Die Debatten in unserem Land, die Streitkultur, der Diskurs – all das hat sich verändert in unserem Land. Wir leben in einer Zeit der ständigen Aufgeregtheit und Empörung. Gleichzeitig hat durch die Fülle an Informationen, Grenzüberschreitungen und neuen Extremen bei Vielen eine Art Rückzug stattgefunden.
Wie streiten wir eigentlich noch miteinander? Warum wird aus einer kontroversen Debatte bloße Empörung? In SWR1 Leute stellen wir diese Fragen an den israelisch-deutschen Historiker, Pädagogen und Publizisten Prof. Dr. Meron Mendel. Er beschäftigt sich gemeinsam mit seiner Frau, der Politologin Saba-Nur Cheema, mit genau diesen Themen. Mendel leitet die Bildungsstätte Anne Frank, seit 2021 ist er zudem Professor für transnationale Soziale Arbeit an der Frankfurt University of Applied Sciences.
Antisemismus aus Forscher- und erlebter Perspektive
Meron Mendel forscht zum gegenwärtigen Antisemitismus und zur Zukunft der Erinnerungskultur in Deutschland. Dabei nimmt er bei seiner Arbeit nicht nur eine wissenschaftliche Perspektive ein. Er bezieht sich dabei immer wieder auf seinen eigenen, persönlichen Erfahrungshintergrund. Mendel wurde 1976 in Ramat Gan bei Tel Aviv geboren und wuchs in einem Kibbuz in Israel auf.
In SWR1 Leute mit Meron Mendel richten wir den Blick auf unsere allgemeine Streitkultur: Was passiert, wenn die Empörung schneller da ist als das Argument? Was, wenn wir unterschiedliche Positionen nicht mehr aushalten? Und wie kann eine Gesellschaft wieder lernen, Widersprüche und Ambivalenzen auszuhalten?