Keine Brandmauern mehr in der Politik: besser für die Demokratie?

Politikwissenschaftler Christian Stecker fordert ein Umdenken in den Parlamenten hin zu "flexiblen, themenbezogenen Mehrheiten" und einen konstruktiveren Umgang mit Brandmauern.

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GroKo, Ampel, Jamaika: Eine Koalition für eine regierungsfähige Mehrheit im deutschen Bundestag zu bilden, ist in den letzten Jahren immer komplexer geworden. Koalitionspartner mit teils grundverschiedenen politischen Auffassungen müssen Kompromisse finden, Mehrheiten organisieren und Gesetze in für die Bürger:innen erlebbare Praxis umsetzen.

Brandmauer und Profilverlust in der Politik

Vor allem die großen Volksparteien haben in den letzten Jahren in den Augen ihrer Wähler:innen immer mehr von ihren traditionellen Profilen verloren. Die Konsequenz: weniger Erkennbarkeit. Dazu kommen "Brandmauern" und Unvereinbarkeitserklärungen, die themenbezogene Kooperationen im Parlament zusätzlich erschweren.

Politologe fordert flexible Mehrheiten

Das alles kritisiert Politologe Christian Stecker von der TU Darmstadt. Er lehrt dort die Fächer "Politisches System Deutschlands" und "Vergleich politischer Systeme." Die, wie er es formuliert, "rigide Mehrheitsbildung unter Ausschluss der Opposition innerhalb starrer Koalitionskorsette" führt seiner Meinung nach zu einer Krise der Demokratie.

Deshalb fordert Stecker ein Umdenken in den Parlamenten. Mit Brandmauern sollte die Politik konstruktiver umgehen, sich die Mehrheiten für Vorhaben flexibel und an den Sachthemen orientiert holen. Was genau er damit meint, das besprechen wir mit dem Politikwissenschaftler Christian Stecker in SWR1 Leute. 

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Moderator/in
Nabil Atassi
Moderator Nabil Atassi aus dem SWR1 Team. Zu hören in der Talk-Sendung SWR1 Leute - immer 2 Stunden für einen Gast mit interessanten Themen.