Wie wird die Polizei in der Bevölkerung wahrgenommen? Welche Auswirkungen haben politische Debatten auf die Polizeiarbeit und wie geht die Polizei mit Gewalt gegen Polizist:innen um und mit Gewalt, die von Polizist:innen ausgeübt wird? Alles Fragen, mit denen Jochen Kopelke sich befasst.
Gewalt gegen und von der Polizei
Er ist der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei. Wenn die Vorsitzende der Grünen Jugend Jette Nietzard mit einem Anti-Polizei-Pulli auftritt, löst das politische Debatten aus. Genauso wie die Verletzung eines Polizisten bei einer pro-palästinensischen Demo in Berlin. Im vergangenen Mai kam der Polizist Rouven Laur bei einem Messerangriff in Mannheim ums Leben. Und die Zahl der Messerangriffe ist bundesweit gestiegen. Wer möchte in diesen Zeiten überhaupt noch Polizist:in werden?
Die Zahl der Gewalttaten gegen Polizist:innen nimmt zu und es gibt immer wieder Fälle von übermäßiger Gewaltanwendung von der Polizei – vornehmlich bei Demonstrationen oder politischen Aktionen.
Veränderungen bei der Polizeiarbeit
Die grundsätzlichen Arbeitsgebiete der Polizei haben sich in der Vergangenheit kaum verändert, meint Jochen Kopelke. Dazu zählen die Arbeit mit Menschen, Gefahrenabwehr und Schutz, sowie die Strafverfolgung. Negativ sei allerdings, dass die Polizei bei den digitalen Veränderungen der Gesellschaft bislang nicht Schritt halten könne.
Während wir im Alltag alle digitaler werden, wird es das bei der Polizei eben nicht. Das frustriert viele. [...] Die Menschen haben zum Glück leichten Zugang, um Dinge anzuzeigen, aber wir haben so wenig Ressourcen, um alles wegzuarbeiten. Wir fühlen uns wie eine Schnecke, die einfach nicht vorankommt.