Es läuft gerade gut für Gladiators Coach Jacques Schneider und sein Team. Sehr gut sogar. Als Aufsteiger mischt der jüngste Trainer der Liga mit den Gladiators die Basketball-Bundesliga (BBL) auf. Seine Kollegen wählten ihn vor ein paar Tagen zum besten Trainer der Vorrunde.
Aufsteiger Trier schon auf Platz drei
Nach 16 Spielen sind die Gladiators Tabellendritter der BBL und damit die Überraschung der bisherigen Saison. Experten hatten Aufsteiger Trier eigentlich als Absteiger eingestuft. Kein Wunder, dass Schneiders Trainerkollegen den 33-Jährigen zum besten Trainer der Hinrunde wählten.
Das Erfolgsrezept der Trierer Basketballer
Das Trierer Trainerteam hat Spieler mit viel Talent auf ein neues Level gehoben. Und die Gladiators funktionieren vor allem als Mannschaft. Coach Schneider versteht es immer wieder, gegnerische Teams mit individuell stärkeren Spielern dank taktischer Kniffe und einer gemeinsamen Teamleistung vor Probleme zu stellen.
Keiner der Trierer Spieler - außer Centerlegende Maik Zirbes und Neuzugang Urald King - hat bisher besonders viel Erfahrung auf Erstliganiveau sammeln können. Für einige sind die Bundesligaeinsätze sogar Premieren.
Immer wieder treffen die Gladiators auf Gegner, die größer und athletischer sind. Die, wie am Montagabend ALBA Berlin, individuelle Einzelkönner haben, die sich die Gladiators finanziell nicht leisten können.
"Größer und muskulöser ist das Eine. Wichtig ist es dann, mental bereit zu sein, solche Spieler zu attackieren", sagt Jacques Schneider. Bestes Beispiel sei der Trierer Spieler Marco Hollersbacher.
Am Ende geht es um kämpfen oder flüchten.
"An Marco sieht man, wie aus einem Zweitligaspieler mit wenig Einsatzzeit ein BBL-Profi wurde. Ich habe mit ihm darüber geredet und gesagt, dass er nicht ängstlich sein darf. Und jetzt sehen wir einen Marco, der in seinen Aktionen knallhart durchzieht. Am Ende geht es um kämpfen oder flüchten", so Jacques Schneider.
Wichtig sei es in die Komfortzone des Gegenspielers einzudringen. "Wenn bei Zweikämpfen mehr Spieler des anderen Teams auf dem Boden liegen, ist das ein gutes Zeichen", sagt Schneider.
Triers Basketballer vor ausverkaufter Halle
Die Partie gegen ALBA Berlin ist für Triers Trainer Schneider eine besondere Partie: "Das wird ein Highlightspiel gegen eines der besten Bundesligateams mit enorm hoher Intensität." Das Hinspiel in Berlin ging mit 97:92 an Trier.
"Berlin hatte sich da noch nicht gefunden. Pedro Calles stieg zum Cheftrainer auf, spielte ein neues System. Neuzugänge mussten integriert werden. Das wird jetzt anders aussehen", so Jacques Schneider. Die Gladiators wollen das Spiel lange ausgeglichen halten, um im Schlussviertel die entscheidenden Punkte zu machen.
Rücktritt aus Nationalmannschaft Wegen Gewalt im Iran: Trierer Basketballer spielt nicht mehr für sein Land
Der iranische Basketballer Yakhchali von den Gladiators Trier hat aus Rücksicht auf die Opfer des Mullah-Regimes, den Rücktritt aus der Nationalmannschaft verkündet.
Ziele und Schatzkisten der Gladiators-Basketballer
Bei einem Trierer Sieg gegen ALBA würden die Gladiators ihr Minimalziel von zwölf Siegen bereits zur Hälfte der Saison erreichen. "Noch von Abstieg zu reden ist natürlich nicht mehr realistisch. Es geht jetzt darum, den Fokus zu halten und sich neue Ziele zu setzen", so der Trainer.
Alle Spieler sind so heiß wie am ersten Spieltag
Gut gefallen habe ihm die Einstellung seines Teams nach dem zuletzt deutlichen 110:84 Sieg gegen den Mitteldeutschen BC, sagt Schneider. "Vor dem ersten Training nach dem Sieg, dachte ich, dass das Team vielleicht etwas lockerer in die Woche startet. Aber alle Spieler waren heiß wie am ersten Spieltag."
Vor dem Auswärtsspiel der Gladiators in Oldenburg Wie Schatzkisten Triers Bundesliga-Basketballern Flügel verleihen
Warum stehen Triers Basketballer auf Platz drei in der Bundesliga? Klar: Viel Training und Talent. Und ein Motivationstrick, der am Freitag auch in Oldenburg helfen soll.
Und was ist eigentlich aus dem Motivationstrick mit den Schatzkisten geworden? Vor der Saison hatte Trainer Jacques Schneider vier dieser Kisten besorgt und sie mit je drei Schlössern versehen.
Jedes steht für einen der angepeilten zwölf Siege. In den Kisten sind Überraschungen für die Mannschaft. Auf die Frage, wann und wo denn die letzte Kiste geöffnet wird, war Gladiators Trainer Schneider nicht vorbereitet. In der Halle mit den Fans oder in der Kabine? "Das haben wir noch gar nicht besprochen. Aber über die Anregungen mache ich mir Gedanken."