"Ich hoffe, dass wir eines Tages wieder mit ruhigem Herzen gemeinsam für den Iran einstehen können." Mit diesen Worten endet die Rücktrittserklärung von Behnam Yakhchali, Basketball-Bundesligaspieler der Gladiators Trier.
Yakhchali spielte 13 Jahre für die Nationalmannschaft des Iran und gilt als einer der besten Basketballer seines Heimatlandes. Er war bis zuletzt Kapitän der iranischen Nationalmannschaft.
Tausende Reaktionen auf Rücktritt
Der Trierer Basketballer hat seinen Rücktritt am Samstagabend in den Sozialen Medien bekanntgegeben. Seine Nachricht hat viele Menschen, vor allem Iraner, bewegt. 195.000 Nutzer klickten den "Like-Button" unter dem Beitrag. Bis Montagmittag hatten sich zudem rund 17.500 Kommentare angesammelt.
Gladiators unterstützen iranischen Basketballer
Yakhchalis Club, die Gladiators Trier stehen hinter der Entscheidung ihres Spielers: Der Kapitän der iranischen Basketballnationalmannschaft habe den Club am Freitag über seine Entscheidung unterrichtet. Interviews zu dem Thema möchte er nach Angaben der Gladiators nicht geben.
Schwarze Säcke vor der Porta Nigra "Letzte Umarmung": Iraner erinnern in Trier an Tote bei Protesten gegen das Regime
Es ist eine stille Aktion: Vor der Porta Nigra sind schwarze Säcke ausgelegt. Jeder der Säcke stehe für 400 Getötete bei Protesten gegen das Mullah-Regime.
Triers Trainer Jacques Schneider hat in den vergangenen Wochen viel mit Yakhchali über die Situation im Iran gesprochen. Er sei sehr offen gewesen und wolle auch seine Meinung sagen zu dem was im Iran passiert: "Ich habe viele Hintergründe von ihm erfahren", sagt Schneider.
Behnam ist einer der mutigsten Spieler, mit denen ich je gearbeitet habe.
"Als Kapitän der Basketball-Nationalmannschaft spielt er eine wichtige Rolle in seinem Land. Wir stehen voll hinter ihm und sind uns klar darüber, dass das Regime im Iran seinen Schritt negativ interpretieren wird. Behnam ist einer der mutigsten Spieler, mit denen ich je gearbeitet habe. Ich bewundere seine Einstellung."
Yakhchali weiter hochkonzentriert im Training
Nach einer Knieverletzung ist der Iraner seit Mitte Januar wieder im Einsatz. Trainer Jacques Schneider geht davon aus, dass sich Yakhchali, trotz der Ereignisse in seinem Heimatland voll auf die kommenden Basketball-Bundesligaspiele konzentrieren kann. "Das wird seine Leistung auf dem Feld nicht beeinflussen. Da bin ich von überzeugt. Er ist ein Top-Profi und sehr erfahren."