Champions League

VfB Stuttgart vor lösbarer Aufgabe in Bratislava

Mit einem Sieg in Bratislava würde sich der VfB Stuttgart in der Champions League eine gute Ausgangslage verschaffen, bevor die größeren Gegner kommen. Die Hoffnung ruht auf der stotternden Offensive.

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Stand

Das Champions-League-Spiel beim vermeintlich leichten Gegner Slovan Bratislava soll dem VfB Stuttgart wieder den Offensivglanz der Vorsaison verleihen. Ob Deniz Undav, Jamie Leweling oder auch Ermedin Demirovic und Bilal El Khannouss - die Leichtigkeit scheint ihnen nach dem langen WM-Sommer zu Beginn der Saison noch zu fehlen. Bratislava könnte in der Fußball-Königsklasse eine gute Gelegenheit sein, um die Lockerheit wiederzugewinnen.

Denn der slowakische Meister sollte für einen Bundesligisten durchaus schlagbar sein - wie in der Saison 2024/25. Damals reiste die Elf von Trainer Sebastian Hoeneß aber erst am vorletzten Spieltag der Ligaphase nach Bratislava. Sie gewann zwar mit 3:1, doch die K.-o.-Runde der Königsklasse war zu diesem Zeitpunkt schon fast verspielt - auch weil der Start nicht gut gelaufen war.

Dieses Mal aber hat der VfB sein erstes Spiel gegen Viking Stavanger (3:1) souverän gewonnen und will am Mittwoch (21.00 Uhr live im Audiostream auf Sportschau.de) nachlegen. Dann hätten die Schwaben vor den kommenden Duellen gegen die wohl deutlich schwereren Gegner Atlético Madrid, Galatasaray Istanbul und den italienischen Meister Inter Mailand eine gute Ausgangsbasis. «Wir arbeiten darauf hin, dass wir jetzt mit sechs Punkten eine stabilere Rolle als vor zwei Jahren in der Champions League spielen», sagte VfB-Sportvorstand Fabian Wohlgemuth.

Bratislava
Stadion in Bratislava

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Der Platz in Bratislava ist in keinem guten Zustand. VfB-Trainer Hoeneß lässt das allerdings komplett kalt. Bratislavas Coach Yaya Touré hofft, dass Beschwerden ausbleiben.

VfB-Offensive fehlt noch alter Schwung

Ohnehin wollen die Stuttgarter nach dem 2:0-Erfolg in Paderborn zuletzt in der Bundesliga weiter Fahrt aufnehmen und für die kommenden Wochen Selbstvertrauen aufbauen. Das könnte ihnen auch für die Liga, wo der Saisonstart eher durchwachsen war, einen Schub geben. Dabei dürfte es besonders auf die Offensive ankommen, in der Undav und Co. noch nicht in Topform sind.

Einzig Chris Führich präsentiert sich seit Saisonbeginn in starker Form und stand in sechs von bisher sieben Pflichtspielen in der Startelf. Der 28 Jahre alte Flügelspieler war nicht für die Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko nominiert worden, nutzte aber offenbar den Sommer, um in Stuttgart weiter an sich zu arbeiten - und stellte zuletzt in Paderborn mit seinem Tor zum 2:0 den Sieg gegen seinen Ex-Club sicher. Es wäre überraschend, sollte ihn Coach Hoeneß in Bratislava nicht von Beginn an bringen.

Früherer Champions-League-Sieger auf Slovans Trainerbank

Dort erwartet der VfB-Sportvorstand «eine Mannschaft, die auf hohem Niveaus spielt». Außerdem könne das Narodny futbalovy stadion mit seinen nur 22.500 Plätzen eine eigene Dynamik entwickeln. Dennoch sieht Wohlgemuth sein Team vor einer «Aufgabe, die man möglicherweise auch lösen kann».

Trainiert werden die Gastgeber seit diesem Sommer von Yaya Touré, dem früheren Mittelfeldstar der Elfenbeinküste, des FC Barcelona und von Manchester City. Mit Barça gewann er 2009 die Königsklasse. Beim slowakischen Rekordmeister hat der 43-Jährige nun seinen ersten Posten als Cheftrainer. Nachdem sich sein Team über die Champions-League-Qualifikation einen Platz in der Ligaphase erspielt hatte, war es dort bei Titelverteidiger Paris Saint-Germain (1:6) am ersten Spieltag chancenlos.

Wie stark ist die VfB-Abwehr nach dem Mittelstädt-Ausfall?

Besonders aufpassen sollte der VfB auf Slovan-Kapitän und Mittelstürmer Andraz Sporar. Der 32 Jahre alte slowenische Nationalspieler ist derzeit bester Torschütze des Tabellenvierten der slowakischen ersten Liga. Zumal abzuwarten bleibt, wie stabil die VfB-Abwehr nach dem Ausfall von Nationalspieler und Linksverteidiger Maximilian Mittelstädt agiert.

In der Zentrale des letztjährigen Europa-League-Achtelfinalisten fehlt Ameen Al-Dakhil verletzt, Luca Jaquez hat sich nach längerer Pause gerade erst zurückgemeldet. Der ebenfalls angeschlagene Dan-Axel Zagadou und Leonidas Stergiou wurden nicht für die Königsklasse gemeldet. Und die Fans werden gespannt darauf warten, ob Abwehrchef Jeff Chabot nach seiner Auswechslung in Paderborn tatsächlich spielen kann.

Erstmals publiziert am
Stand
Onlinefassung
Michael Richmann
Michael Richmann ist Sportredakteur, Podcast- und Feature-Autor für SWR Sport und SWR Kultur.
Audiobeitrag
Florian Winkler

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