Saisonstart der 1. DBBL

Eisvögel Freiburg: Mit WM-Auftrieb zurück in den Liga-Alltag?

Am Sonntag starten die Eisvögel Freiburg in ihre 26. Bundesliga-Saison in der DBBL. Vor heimischer Kulisse geht es gegen Herner TC. Mit dabei: Nationalspielerin Britta Daub.

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Stand

Von Autor/in Amelie Ruhr

Voller Fokus auf den Saisonstart: In Freiburg zählt die aktuelle Team-Situation laut Cheftrainer Stefan Möller mehr als die Historie. Trotzdem waren die vergangenen Duelle mit dem Herner TC wechselhaft, die bislang letzte Partie verloren die Eisvögel. Am Sonntag (04.10.2026, 16 Uhr) kommt es zum Auftakt zum nächsten Aufeinandertreffen.

Nur eines der vier Testspiele in der Vorbereitungszeit konnten die Spielerinnen der Eisvögel USC Freiburg für sich entscheiden, Möller ist dennoch sehr zufrieden mit der Vorbereitung: "Wir haben meiner Meinung nach das Maximum rausgeholt. Alle Spielerinnen sind in einem guten Zustand." Aus den vier Spielen der Saisonvorbereitung habe man laut Möller sehr viel mitnehmen können.

Möller: "Die Stärke liegt ganz klar im Zusammenhalt"

Die Vorfreude auf das erste Saisonspiel vor heimischer Kulisse ist groß. Personell hat sich bei den Eisvögeln wenig verändert: Zwei neue Spielerinnen sind dazugekommen, mit Frederike Askamp und Lara Gielich rücken zudem zwei Talente aus der eigenen Jugend in die erste Mannschaft auf. Die Nachwuchsarbeit gehört seit Jahren zum Freiburger Konzept.

Zum Saisonstart sieht Möller sein Team noch nicht bei 100 Prozent. Entscheidend sei vor allem der Zusammenhalt: "Wir haben eine Mannschaft, die sehr gut als Team funktioniert." Nach zwei letzten Tabellenplätzen in Folge ist das Ziel für diese Saison klar: Die Eisvögel wollen in die Play-offs und ihren Fans dabei attraktiven Basketball bieten.

Ein "zartes Pflänzle" soll gedeihen

Die Hoffnung ist groß, dass die Heim-WM dem Frauenbasketball auch in Freiburg neuen Schwung verliehen hat. Laut Möller sei das Interesse der Fans am ersten Saisonspiel vor heimischer Kulisse schon im Vorfeld groß.

Jetzt wird es entscheidend sein, ob aus dem Hype auch langfristige Unterstützung entstehen kann - und damit auch die nötigen finanziellen Mittel für Verein und Liga. Das "zarte Pflänzle", was jetzt "mal wieder neu aufgesetzt, umgetopft und in super Verfassung wieder eingepflanzt wurde", solle nun weiter gedeihen. So beschreibt es Freiburgs Coach Möller.

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Aktuell spielen nur drei Spielerinnen aus dem WM-Kader in Deutschland, doch für Möller ist das angesichts des vierten Platzes bei der Heim-WM im Sommer ein bemerkenswert hoher Anteil. Damit deutsche Topspielerinnen künftig häufiger in der Damen Basketball Bundesliga (DBBL) bleiben, müsse sich die Liga vor allem international weiterentwickeln und finanziell konkurrenzfähiger werden. Beim Eventcharakter der Spiele sehe Möller ebenfalls noch Potenzial.

Je mehr Geld in das System fließe, desto besser könne sich auch das Produkt entwickeln, erklärt der Freiburger. Er wünscht sich für die Zukunft, dass mindestens zwei Spiele pro Wochenende auf einer größeren Bühne präsentiert werden.

Britta Daub: Von der WM-Bühne zurück nach Freiburg

Vor wenigen Wochen stand sie noch vor insgesamt rund 200.000 Fans auf der großen WM-Bühne, jetzt ist sie zurück in Freiburg. Britta Daub spielt seit 2023 bei den Eisvögeln, für sie bedeutet der Saisonstart auch eine kleine Wiedergutmachung. Die vergangene Spielzeit sei durch viele Wechsel und Verletzungen geprägt gewesen, erst gegen Ende habe sich das Team richtig gefunden.

Die Heim-WM in Berlin hat Daub als "absoluten Wahnsinn" erlebt. Besonders die Stimmung in den Hallen und die Unterstützung der Fans seien ihr in Erinnerung geblieben. Nach diesen zehn Tagen voller Emotionen sei es laut der 27-Jährigen eine "echte Challenge", wieder im normalen Alltag anzukommen.

Viele deutsche Nationalspielerinnen zieht es weg von der deutschen Liga ins Ausland. Für Daub spielen dabei vor allem finanzielle Gründe und die sportliche Konkurrenz eine Rolle. Ligen wie in Frankreich oder Spanien bieten mehr Mannschaften auf hohem Niveau, aber es sei dennoch wichtig, dass deutsche Nationalspielerinnen auch in der DBBL präsent seien und dort als Vorbilder für junge Fans sichtbar bleiben.

Nachwuchs braucht Perspektiven

Die 27-Jährige hofft, dass die durch die Heim-WM angestoßene Entwicklung langfristig weitergeht. Die Liga müsse professioneller werden: "Wenn wir diesen Weg weitergehen, dann wird es vielleicht auch für junge Spielerinnen attraktiver, nicht direkt nach Amerika zu gehen und in der Liga zu bleiben."

Dabei brauche es laut Daub vor allem mehr Unterstützung in den Vereinen, denn viele hätten bereits jetzt Schwierigkeiten, genügend ehrenamtliche Trainerinnen, Trainer und Helfer zu finden. Gleichzeitig steige durch den Basketball-Boom die Nachfrage und auch die Erwartungen seien durch die Erfolge beider Nationalmannschaften gestiegen. Laut Daub habe man in Berlin zeigen können, dass man auch an der Weltspitze mitspielen könne.

DBBL: Eisvögel Freiburg zum Auftakt gegen Herne

Jetzt gilt der Fokus in Freiburg erst einmal dem Saisonstart. Zuhause im Breisgau wollen die Eisvögel am Sonntag zeigen, dass sie in dieser Saison wieder um die Play-offs mitspielen können. Gleichzeitig hofft Britta Daub darauf, dass die neu gewonnenen Fans dem Frauenbasketball treu bleiben und künftig auch ihre regionalen Vereine unterstützen.