Mio Backhaus hätte allen Grund gehabt, mit einer ganz breiten Brust beim Trainingsauftakt des SC Freiburg aufzutauchen. Mit starken Leistungen bei Werder Bremen hatte er sich ins Blickfeld einiger Vereine gespielt und wechselte letztlich für zwölf Millionen Euro in den Breisgau.
Statt den dicken Max zu markieren, zeigte sich Backhaus aber, wie man ihn auch von der Weser kannte - ruhig, bedacht und sympathisch. Und voller Dankbarkeit für den gelungenen Auftakt bei seinem neuen Klub. Der hatte es ihm nämlich direkt angetan, vor allem die erste Einheit im Europa-Park Stadion vor mehreren Tausend Fans.
"Das war sehr cool, man kommt rein und hört die ganzen Fans. Das war das erste Aufeinandertreffen, das habe ich sehr genossen", sagte Backhaus. "Es war auch cool, das erste Mal in den SC-Farben gegen den Ball zu treten. Ich hoffe, dass es genauso cool weitergeht."
Backhaus mit Lob für die SC-Fans
Und auch nach der Einheit fühlte sich Backhaus schon prima aufgehoben in seinem Umfeld. "Nach dem Training durften wir noch ein paar Autogramme geben, da kamen mir sehr warme Worte entgegen. Das hat mich sehr gefreut", sagte Backhaus. "Ich habe allgemein das Gefühl, dass hier sehr gut und sehr viel supportet wird - egal, bei welchem Spieler. Es freut mich sehr, vor solchen Fans spielen zu können." Worte, die die Anhänger des Sport-Clubs sicher gerne hören werden.
Der Einstieg in Freiburg ist Backhaus leicht gefallen. Eine Sache wird ihm das Einleben in den kommenden Wochen noch erleichtern. Als Halb-Japaner stehen drei Landsleute im Aufgebot des Bundesligisten. Neben Leistungsträger Yuito Suzuki sind im Sommer Rihito Yamamoto und WM-Stürmer Keisuke Goto aus dem belgischen St. Truiden dazugekommen.
Wird Backhaus da womöglich während seiner eigenen Eingewöhnung zum Ansprechpartner für die Neuzugänge? "Das werden wir sehen. Bisher kenne ich ja nur 'Lichto' (Rihito Yamamoto). Die anderen beiden lerne ich ja noch kennen. Dann werden wir sehen, wer die Zügel in der Hand hat", sagte Backhaus lachend. Suzuki stand wie Goto im WM-Kader Japans, das Duo weilt noch im Urlaub und stößt erst später zum Team.
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Mit Keisuke Goto nahm der SC Freiburg am Donnerstag bereits den dritten Spieler aus Japan unter Vertrag. Eine gute Entscheidung, glaubt SWR-Sportredakteur Kersten Eichhorn:
Wechsel zum SC Freiburg als logischer Schritt
Und welche persönlichen Ziele verfolgt Backhaus beim Sport-Club? "Das langweilt euch wahrscheinlich, aber ich möchte der Mannschaft einfach weiterhelfen und ein sicherer Rückhalt sein", sagte er wohlwissend, dass Journalisten es bei solchen Fragen gerne etwas genauer gewusst hätten. "Der Trainer oder der Jochen (Saier) können ein Ziel formulieren, aber das ist nicht meine Pflicht."
Sportlich ist der Wechsel nach Freiburg der nächste logische Schritt in der Karriere von Backhaus. Mit dem Sport-Club tritt der Torhüter in der Europa League an und findet eine Umgebung vor, die ihm die weitere sportliche Entwicklung ohne großen Druck ermöglicht - so, wie es auch bei Vorgänger Noah Atubolu war, der den Klub wohl noch verlassen wird. Wie viel Potenzial in dem 22-Jährigen steckt, das hat Backhaus in Bremen mehr als angedeutet.
Nach einer Leihe zum FC Volendam in die Eredivisie war er an die Weser zurückgekehrt, wo er zum Stammkeeper wurde. Seine starken Leistungen sicherten ihm fünf Einsätze in der deutschen U21, nachdem er bereits seit der U15 alle Jahrgänge der DFB-Nachwuchsteams durchlaufen hat.
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Mit dem ersten öffentlichen Training startete der SC Freiburg am Sonntag in die Vorbereitung für die neue Bundesliga-Saison. Mit dabei waren auch die Neuzugänge Mio Backhaus und Rihito Yamamoto.
Backhaus will eigene Entwicklung vorantreiben
Wenn sich Backhaus weiter so prächtig entwickelt wie in den vergangenen Monaten, könnte er eines Tages auch ein möglicher Kandidat für die A-Nationalmannschaft unter dem designierten Bundestrainer Jürgen Klopp sein. "Die Gespräche mit dem Sport-Club haben mir das Gefühl gegeben, hier noch besser werden zu können und vielleicht auch noch einen Schritt Richtung Nationalmannschaft zu machen", sagte Backhaus.
Dabei lag ihm dem Vernehmen nach im Vorfeld der WM das Angebot vor, den Verband zu wechseln und in den Kader Japans berufen zu werden. Dazu kam es bekanntlich nicht. Stattdessen nimmt Backhaus nun mit vollem Fokus seine neue Aufgabe beim Sport-Club in Angriff. Und das macht er so, wie man ihn kennt: ruhig, bedacht, sympathisch - aber mit einem großen Ziel: dem Sprung in die Nationalmannschaft.