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Nils Petersen gönnt Vincenzo Grifo den Freiburger Tor-Rekord

Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis Vincenzo Grifo Sport-Club-Legende Nils Petersen als Rekordschütze des SC Freiburg überflügelt. Der sieht es gelassen.

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Von Autor/in Michael Richmann

Noch ist Nils Petersen Rekord-Torjäger des SC Freiburg: 105 Mal hat der 36-Jährige für den Sport-Club getroffen. Das macht ihm so schnell keiner nach. Dachten viele. Denn Vincenzo Grifo ist ihm dicht auf den Fersen. Der 32-Jährige hat beim 2:0-Sieg im DFB-Pokal gegen Darmstadt 98 seinen 102. Pflichtspiel-Treffer für die Breisgauer erzielt. Und bei insgesamt acht Saisontoren und dem aktuellen Run der Freiburger in Pokal, Bundesliga und Europa League scheint es nur noch eine Frage der Zeit, bis der italienische Nationalspieler den deutschen Olympia-Teilnehmer überholt. "Ich habe es kommen sehen, nur nicht so schnell", sagte Petersen im Interview mit SWR Sport.

Der Freiburger Tor-Rekord stachelt Grifos Ehrgeiz an

Grifo wäre noch näher am Rekord gewesen, hätte er seinen zweiten Elfmeter gegen Darmstadt nicht verschossen. "Das wäre natürlich schon gewesen, damit wäre ich Nils noch etwas näher gerückt", sagte er unmittelbar nach Abpfiff des Spiels. "Typisch Vince", feixte Petersen einen Tag später. "Aber ich mag das auch. Das ist seine Art. Er ist ehrgeizig und seinen Ehrgeiz lässt er auch verlauten. Das macht ihn auch so stark."

Grifo zieht Petersen schon seit Monaten auf

Petersen sagt von sich selbst, dass ihm derlei Statistiken nicht so wichtig seien - auch wenn er bei seinem Auftritt in der SWR Landesschau am Donnerstagabend von seiner Wehmut erzählte, mit der er manchmal auf die Karriere zurückblicke. Grifo scheint die Sache jedoch sehr am Herzen zu liegen: "Schon die ganzen letzten Monate war das das Thema", sagte Petersen. "Jedes Mal, wenn ich ihn im Café getroffen habe, sagte er: 'Ich hab dich bald! Ich hab dich bald!' Aber es ist okay. Ich freue mich für ihn."

Für Petersen ist Grifo "ein würdiger Nachfolger"

Darum habe er auch nicht vor, bei Chefcoach Julian Schuster zu intervenieren und weniger Spielzeit für den Kontrahent einzufordern: "Ich bin ja auch SC-Sympathisant, und wir profitieren alle von Vinces Toren." Auch wenn er einräumte: "Gut, ich jetzt nicht mehr." Allzu viel Groll hegt er jedoch nicht: "Vince ist ein würdiger Nachfolger. Er hat so viel für den Verein geleistet. Und es ist krass, das als Mittelfeldspieler zu schaffen."

Und letztlich gehe es im Sport auch immer darum, der Beste zu sein: "Wenn man in so einer Statistik vorne stehen kann und dann noch bei so einem besonderen Verein, dann will man den Platz auch gerne inne haben. Und ich muss mich jetzt damit auseinandersetzen, dass ich den nicht mehr lange hab'."

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Autor/in
Michael Richmann
Michael Richmann ist Sportredakteur, Podcast- und Feature-Autor für SWR Sport und SWR Kultur.
Das Interview führte
Patrick Bauser