SWR NEWJazz Meeting 2024

Das Tuvalu-Projekt von Pascal Niggenkemper

Pascal Niggenkempers Tuvalu-Ensemble präsentierte im Tollhaus Karlsruhe die musikalisch-lyrisch-szenische Komposition „D’une rive à l’autre".

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Von Autor/in SWR

Inspiriert von Texten und Gedichten auf Deutsch, Französisch, Okzitanisch, Flämisch, Griechisch, Farsi, Afrikaans und Englisch begibt sich das neunköpfige Ensemble um Kontrabassist Pascal Niggenkemper beim SWR NEWJazz Meeting auf eine musikalisch-lyrisch-szenische Reise nach Tuvalu.

Klangvorhänge symbolisieren das Südseearchipel

Das vom Klimawandel bedrohte Südseearchipel wird durch Klangvorhänge auf der Bühne symbolisiert. Die Gedichte sind je einer Insel und einem der Ensemblemitglieder gewidmet. Das Oktett setzt sich aus zwei identisch besetzten Quartetten oder vier Duos zusammen, die Tuvalu zum Singen, Zischen, Flirren, Summen und Schreien bringen: ein Klangteppich, dem Farben, Patterns, Melodien, und Improvisationen entspringen.

Kultureller Austausch ist zentrales Anliegen für Pascal Niggenkemper

Pascal Niggenkemper kommt vom Bodensee und hat nach seinem Studium an der Musikhochschule Köln an der Manhattan School of Music seinen Master gemacht. In New York wurde er aktives Mitglied der experimentellen Musikszene.

Bassist Pascal Niggenkemper probt mit seinem Ensemble beim NEWJazz Meeting 2024 im SWR Studio. Im Bild: Elisabeth Coudoux  und Artemis Vavatsika (Akkordeon)
Bassist Pascal Niggenkemper probt mit seinem Ensemble beim NEWJazz Meeting 2024 im SWR Studio. Im Bild: Mona Matbou Riahi (Klarinette) und Tizia Zimmermann (Akkordeon)

Mittlerweile lebt der Deutsch-Franzose in Straßburg. Ein Schwerpunkt seines musikalischen Schaffens ist die Erweiterung des Klanghorizonts des Kontrabasses: die akustische Verfremdung des Klangs mittels Präparationen sowie die Arbeit mit Motoren, wobei er das Zusammenspiel zwischen Mensch und Maschine auslotet.

Bassist Pascal Niggenkemper präpariert die Elektronik für die Klangvorhänge im SWR Studio Baden-Baden
Bassist Pascal Niggenkemper präpariert die Elektronik für die Klangvorhänge im SWR Studio Baden-Baden Konrad Bott

Der kulturelle Austausch und das Zusammenspiel mit Musikern aus verschiedenen Ländern sind zentrale Anliegen in seinen Projekten. Wie unterschiedlich Menschen geprägt sind – kulturell, sozial, emotional – interessiert Niggenkemper nicht nur musikalisch. Es geht ihm um die Erweiterung von Perspektiven, um das Anerkennen anderer Sichtweisen, um kollektives Denken und Schaffen.
So spiegelt das Projekt auch einen zentralen kulturellen Wert der Tuvaluischen Gesellschaft wieder: „Kaitasi“ – das Prinzip, das eigene Leben stets in Verbundenheit mit der Gemeinschaft zu gestalten.

Pascal Niggenkemper und das Ensemble Tuvalu beim SWR NEWJazz Meeting im Tollhaus Karlsruhe:

Tuvalu-Ensemble
Ben LaMar Gay (USA) Kornett
Louis Laurain (FR) Trompete
Mona Matbou Riahi (AT) Klarinette
Joachim Badenhorst (B) Klarinette
Tizia Zimmermann (CH) Akkordeon
Artemis Vavatsika (GR) Akkordeon
Elisabeth Coudoux (DE) Cello
Pascal Niggenkemper (DE/FR) Kontrabass, Komposition, Installation
Jaumes Privat (FR) Spoken Word

SWR NEWJazz Meeting – Tradionsreiches Klanglabor

Das „SWR New Jazz Meeting“ – 1966 vom damaligen SWF Jazzredakteur Joachim Ernst Berendt ins Leben gerufen – ist bis heute ein legendäres „Klanglabor“.
Der Südwestrundfunk lädt Musiker*innen ein, eine Woche lang in einem SWR-Studio neue Ideen und Kompositionen zu entwickeln.

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SWR