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Was bedeutet der arabische Text in "Desert Rose" von Sting?

Ende der 90er-Jahre entdeckte Sting arabische Sounds für seine Musik. In "Desert Rose" durfte ein arabischer Künstler singen, was er wollte. Am 2. Oktober feiert Sting seinen 75. Geburtstag

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Von Autor/in Bernd Rosinus

Sting lässt gerne Neues in seine Musik einfließen. Das hört man auch auf dem Album "Brand New Day", das er 1999 veröffentlichte: Einflüsse von Jazz, Soul, französischem Rap – und dann kommt "Desert Rose" mit arabischem Sound und dem Gesang von Cheb Mami.

Es ist ein Fehler beim Ausspielen des Players aufgetreten.

Wie der arabische Sound in "Desert Rose" von Sting kam

Ende der 90er war die Popwelt sehr neugierig auf sogenannte "World Music" – besonders auf nordafrikanische und arabische Sounds. Stings "Desert Rose" traf also ziemlich genau diesen Zeitgeist.

Es war die Zeit vor den Terroranschlägen 9/11. Sting hat damals eine Zeit lang in Paris gelebt und dort die nordafrikanische Raï-Musik für sich entdeckt, die algerische Volksmusik mit Pop kombinierte. (Einer der bekanntesten Raï-Songs ist "Aïcha" von Khaled aus dem Jahr 1996.)

Sting war verrückt auf die Stimme von Cheb Mami

Sting liebte vor allem die Musik des algerischen Raï-Künstlers Cheb Mami. Seine Stimme hatte es ihm angetan. Er hat ständig seine Musik gehört – Cheb Mami beim Essen, beim Spazierengehen, immer wieder.

Dann lernten sich die beiden kennen. Sting hatte schon die arabisch klingende Melodie von "Desert Rose" geschrieben und bat Cheb Mami, etwas dazu auf Arabisch zu singen. Aber er sagte ihm nicht, worum es in seinem eigenen englischen Text ging. Cheb Mami wusste also vorher nicht, was Sting da singt.

"Desert Rose" erzählt von Sehnsucht

Stings Text handelt von Sehnsucht – romantischer Sehnsucht, aber auch von der Suche nach etwas Unerreichbarem, fast Spirituellem.

Cheb Mami improvisiert seinen arabischen Text und singt ihn ein. Sting hat ihn danach gefragt, was er da eigentlich gesungen habe. Und Cheb Mami erzählte von Sehnsucht, über das Verlangen nach einem geliebten Menschen – also im Prinzip genau dasselbe Thema.

Sting war davon völlig fasziniert. Für ihn war das der Beweis, dass die Musik selbst beiden gesagt hatte, worum es in diesem Song geht.

Plattenfirma wollte das arabische Intro von "Desert Rose" streichen

Das arabische Intro war für einen internationalen Popsong damals ungewöhnlich. Genau deshalb sollte Sting es sogar streichen. Jemand von der Plattenfirma hat ihm gesagt: "Wenn du dieses seltsame arabische Intro drinlässt, wird das in Amerika kein Hit." Sting hat es bekanntlich trotzdem behalten.

Und später war er sich sicher, dass wahrscheinlich genau dieses ungewöhnliche Intro einer der Gründe war, warum die Leute überhaupt aufgehorcht haben.

Das ist das Besondere an "Desert Rose": Zwei Sänger, zwei Sprachen – sie verstehen die Worte des anderen zunächst gar nicht. Aber die Musik sorgt dafür, dass beide dasselbe erzählen.

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Bernd Rosinus
SWR1 Musikchef Bernd Rosinus erzählt die Geschichten zu den größten Hits aus der Rock- und Popmusik. © SWR
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