Kolumne

Gordon Kampe: Wie Star Trek sein Komponieren beeinflusst

Angesichts des 60. Geburtstags von „Star Trek“ outet sich der Komponist und SWR Kultur-Kolumnist Gordon Kampe als absoluter Fan: Wie die Serie sein künstlerisches Schaffen bis heute beeinflusst.

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Von Autor/in Gordon Kampe

Die charmanten Pannen der frühen Star-Trek-Folgen

Es wäre ein Leichtes, ein paar Parallelen zwischen enterprise-mäßigem Forschergeist und dem Forschen an Klängen mancher Komponistinnen und Komponisten zu ziehen und damit mein Fan-Dasein intellektuell zu untermauern.

Aber Star Trek ist noch viel cooler: Da sind die herrlich schiefgegangene Szenen in den ganz frühen Folgen. Mal sieht man den Reißverschluss der Alien-Kostüme, mal ahnt man, wie aus dem sehr schweren Planetengestein Styropor rieselt.

Kirk, der sich regelmäßig in Aliens verknallt, die oftmals nicht seiner Spezies angehören und gelegentlich sogar aus einer anderen Zeit stammen. Irgendwo hinter der Milchstraße scheint man die allzu irdische Frage, wer denn nun mit wem darf, hinter sich gelassen zu haben.

 Humor als galaktische Inspirationsquelle

Dieser oftmals heiter-selbstironische Unterton, das gelegentlich nicht perfekte Design, die fast immer kruden Stories – das alles ist für mich eine großartige Inspirationsquelle.

Überhaupt der Humor, insbesondere in den späteren Filmen. Wenn der Emotions-Chip des angeblich emotionslosen Data mal wieder durchbrennt und er durch gemeinsames Singen einer Operettennummer von Gilbert und Sullivan überlistet wird, angestimmt von Captain Picard und dem übel gelaunten Klingonen Worf, dann flippe ich auch nach dem zweitausendsten Mal noch total aus.

Danach gehe ich bestens gelaunt an meine eigene „Brücke“ und versuche, dem insgesamt ernsten Weltenlauf irgendein Fünkchen Optimismus und Heiterkeit abzuringen, um nicht von allerlei alltäglichen Wurmlöchern eingesaugt zu werden. In diesem Sinne: Vielen Dank, Enterprise! Live long and prosper.

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