Vor 150 Jahren sind in Bayreuth die ersten Festspiele über die Bühne gegangen. Mitten in der oberfränkischen Provinz hat Richard Wagner sich ein eigenes Theater hingestellt. Eine Kultstätte für Opernfans und Wagnerianer – getarnt als zierloser Zweckbau, aber erstaunlich visionär: Das Bayreuther Festspielhaus mit seinen ansteigenden Parkettreihen, dem unsichtbaren „Sound-System“ und dem vollständig abgedunkelten Zuschauersaal ist beinahe so etwas wie das erste Kino der Geschichte – und zwar lange bevor die ersten Filme in Kinosälen flimmerten. In Treffpunkt Klassik berichtet Nick Sternitzke über große Visionen und kleine Katastrophen in der Geschichte der Bayreuther Festspiele. In Folge 3 geht es darum, wie ein Werk technisch und ideologisch an einen einzigen Ort gekettet werden soll.