Drei Krimis, die man nicht mehr aus der Hand legt
Preis: 16 Euro
Darum geht's:
Manchmal schlägt man ein Buch nur für einen ruhigen Nachmittag auf – und plötzlich sind Stunden vergangen. So ging es vielen Leserinnen und Lesern mit "Seltsame Sally Diamond". Der Thriller war zeitweise kaum zu bekommen, wurde auf Social Media gefeiert und ist nun endlich als Taschenbuch erschienen. Sally Diamond lebt zurückgezogen auf dem irischen Land, folgt festen Regeln und nimmt vieles wörtlich. Als ihr Vater stirbt, erinnert sie sich an einen Satz von ihm: „Wenn ich mal sterbe, kannst du mich einfach mit dem Müll entsorgen.“ Sally tut genau das – und als Leserin oder Leser hält man erst einmal inne. Was zunächst skurril wirkt, entwickelt sich zu einem düsteren, psychologisch dichten Thriller. Stück für Stück wird klar, dass hinter Sallys Verhalten eine erschütternde Vergangenheit steckt. Das Buch ist nicht nur spannend, sondern auch emotional – die Geschichte einer Frau, die langsam begreift, wer sie eigentlich ist.
Preis: 24 Euro
Darum geht's:
Island, bekannt für Gletscher, Vulkane und Nordlichter, wird in diesem Thriller zur bedrohlichen Kulisse. In Reykjavík wird eine junge Frau ermordet aufgefunden, ihr zehnjähriger Sohn verschwindet spurlos. Die Suche führt in Höhlen, Lavafelder und abgelegene Regionen – die Natur wird zur eigenen Figur. Im Mittelpunkt stehen zwei Ermittler, die unterschiedlicher kaum sein könnten: Helga, ehrgeizig und analytisch, steht vor ihrer ersten großen Mordermittlung. Bjarki hingegen liest die Landschaft, kennt die Wildnis und versteht, wie Menschen in dieser Umgebung handeln. Genau diese Gegensätze machen den Reiz des Duos aus. "Schlafende Vulkane" ist ein klassischer Urlaubsthriller: schnelles Tempo, starke Atmosphäre und immer neue Fragen. Düster, spannend und perfekt für lange Lesenächte – besonders für Fans des nordischen Noir.
Preis:
Darum geht's:
Wie viele Schafe braucht es, um einen Mord aufzuklären? Eine ganze Herde. "Glennkill" gilt längst als moderner Krimi-Klassiker, wurde millionenfach verkauft und inzwischen sogar fürs Kino verfilmt. Als Schäfer George tot auf der Weide liegt – ermordet mit einem Spaten – beschließen seine Schafe, selbst zu ermitteln. Ihr Wissen über Verbrechen stammt ausschließlich aus Kriminalromanen, die George ihnen früher vorgelesen hat. Mit Schaflogik beobachten sie Dorfbewohner, sammeln Hinweise und starten einen klassischen Whodunit. Besonders herausragend: Miss Maple, das klügste Schaf der Herde. Humorvoll, überraschend klug und voller feiner Gesellschaftsbeobachtungen – ein Krimi, der ebenso unterhält wie begeistert.
Drei Romane für einen entspannten Sommertag
Preis: 13 Euro
Darum geht's:
Sommer auf dem Land, Apfelkuchen und Kindheitserinnerungen – "Mühlensommer" erzählt vom Aufwachsen auf einem Bauernhof, ohne je kitschig zu werden. Man riecht förmlich das Holzofenbrot und hört den Traktor über den Hof fahren. Im Mittelpunkt steht Maria, die längst in der Stadt lebt. Als ihr Vater einen schweren Unfall hat, kehrt sie zurück auf den Hof ihrer Kindheit. Dort begegnet sie ihrer Mutter, der dementen Großmutter und ihrem Bruder – und Erinnerungen, die sie lange verdrängt hat. Der Roman stellt eine zentrale Frage: Wo gehören wir eigentlich hin? Warm, ehrlich und berührend – ein Buch, das viele Leserinnen und Leser an ihre eigenen Wurzeln erinnert.
Preis: 24 Euro
Darum geht's:
Tradwives – „Traditional Wives“ – inszenieren auf Social Media ein Leben wie in den 1950er-Jahren: perfekte Haushalte, selbst gebackenes Brot, idyllische Familienbilder. Doch wie sähe dieses Leben wirklich aus? Natalie ist eine der erfolgreichsten Tradwife-Influencerinnen. Doch eines Tages wacht sie im Jahr 1855 auf. Ohne Technik, ohne Komfort, ohne Rechte. Plötzlich ist die romantisierte Nostalgie harte Realität. "Yesteryear" ist eine clevere Mischung aus Zeitreise, Satire und Gesellschaftskritik. Unterhaltsam, schnell erzählt und voller kluger Fragen: Warum sehnen wir uns nach einer Vergangenheit, die für viele Menschen alles andere als idyllisch war.
Preis: 14 Euro
Darum geht's:
Hubert ist 86, ehemaliger Schwimmmeister und leidet an Demenz. Vieles vergisst er – aber nicht, dass in „seinem“ Schwimmbad nie ein Kind ertrunken ist. Diese Erinnerung trägt ihn durch den Alltag. Eigentlich steht jedoch die fünfzehnjährige Linda im Mittelpunkt. Sie fühlt sich einsam und hadert mit dem Leben. Mehrmals pro Woche betreut sie Hubert – und zwischen den beiden entsteht eine ungewöhnliche Freundschaft. Mit Humor, Wärme und großer Menschlichkeit erzählt Petra Pellini von Demenz, Einsamkeit und Suizidgedanken, ohne je hoffnungslos zu werden. "Der Bademeister ohne Himmel" ist traurig und lustig zugleich – und bleibt lange im Kopf.
Viel Freude beim Lesen!
Im Studio: Thomas Sachsenmaier, SWR-Buchexperte
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