Seit 35 Jahren würdigt die Stiftung Gedenkstätte Deutscher Widerstand in Berlin Menschen, die sich gegen Nationalsozialismus und DDR-Diktatur stellten und Verfolgung nicht hinnahmen.
Die neue Leiterin Dr. Julia Spohr sieht die Erinnerungskultur vor besonderen Herausforderungen, weil „der immer größer werdende zeitliche Abstand zu den Ereignissen“ neue Formen der Vermittlung erforderlich mache.
Eine zentrale Rolle spielen dabei historische Orte wie der Bendlerblock und das Gefängnis Plötzensee, an denen Frauen und Männer im Kampf für Rechtsstaatlichkeit und Freiheit hingerichtet wurden.
Angesichts aktueller politischer Debatten warnt Spohr vor einer Vereinnahmung des Begriffs Widerstand und sagt im Gespräch mit SWR Kultur: „Widerstand in einer Diktatur ist etwas ganz grundsätzlich anderes als Meinungsäußerung in einer Demokratie.“
Um Wissen gegen Desinformation zu setzen, müssten Gedenkstätten unabhängig arbeiten und ihre wissenschaftliche Freiheit bewahren, damit Erinnerung auch heute Orientierung für die Demokratie geben kann.
Verschwörungstheorien und Vergessen Was die neue Leiterin der Gedenkstätte Deutscher Widerstand Julia Spohr erwartet
Auf Tuchel folgt Spohr: Seit Jahresbeginn ist die Historikerin Julia Spohr Leiterin der Gedenkstätte Deutscher Widerstand. Auf sie warten einige Herausforderungen.