Kier war kein klassischer Schauspieler. Er war Erscheinung, Projektionsfläche, performatives Ereignis – ein Grenzgänger zwischen Film, Kunst und Performance. Seine künstlerische Präsenz war in Deutschland tief verwurzelt und weit über die Leinwand hinaus spürbar.
Die rheinische Bohème: In Köln wurde Kier zur Kunstfigur
Bevor er mit Fassbinder und Schlingensief filmische Tabus sprengte, wurde Kier in Köln zu dem, was ihn sein Leben lang auszeichnete: ein lebendiger Fremdkörper, der die Kunstszene elektrisierte.In den 1970er- und 80er-Jahren bewegte er sich in einem Umfeld, das Fotografie, Performance und experimentellen Film miteinander verband.
Kier tauchte in Fotoarbeiten, Videoexperimenten und Aktionen von Künstler*innen wie Michael Buthe, Marcel Odenbach, Rosemarie Trockel und Sigmar Polke auf. Für viele war er weniger Darsteller als ästhetisches Material: sein elegant bewegter Körper, sein oft manischer Blick und seine androgyne Spielhaltung machten ihn zur Muse der Kölner Szene.
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