Pattinson als Jäger mit Geltungsdrang
„Es geht schon auch darum, dass hier der Voyeurismus der Zuschauer bedient wird“, sagt Filmkritiker Rüdiger Suchsland im Gespräch bei SWR Kultur. Der Film erzähle damit nicht nur Fernsehgeschichte, sondern auch etwas über unser eigenes Verhältnis zum Spektakel.
Robert Pattinson spielt den Moderator Chris Hansen als kontrollierten, zugleich nach Aufmerksamkeit hungernden Mann. „Er wird der Gute, der Monster jagt. Er wird gewissermaßen selbst zum Monster“, sagt Suchsland.
Gerade diese Ambivalenz mache die Figur unheimlich. Vordergründig gehe es Hansen um Wahrheit und Verantwortung, doch der Film zeige zunehmend seine Lust an Konfrontation und Jagd. Damit gerät auch die Macht derjenigen in den Blick, die vor der Kamera über Täter und Schuld urteilen.
Ein System permanenter Erregung
Schnelle Schnitte, grelle Bilder und ständige visuelle Reize: „Primetime“ übernimmt bewusst die Ästhetik des Fernsehens und heutiger Onlinevideos.
Regisseur Oppenheim wolle die Medienwelt nicht nur von außen kritisieren, sondern ihre Mechanismen sichtbar machen, erklärt Suchsland: „Aus der Information wird vor allem ein Aufmerksamkeitsheischen.“ Daraus entstehe eine Spirale immer neuer Erregung. Gerade deshalb konfrontiere der Film das Publikum auch mit der Frage, warum das Böse als Spektakel so faszinierend ist.
Trailer „Primetime“. Ab 24.9.2026 im Kino.
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