Ein Mann mit vielen Talenten
Konrad Beikircher war ein Mensch der vielen Talente. Er war Psychologe, Kabarettist und vor allem Musikliebhaber. Ursprünglich wollte der Südtiroler professioneller Geiger werden, doch als dies nicht klappte, wurde er nach seinem Psychologiestudium Gefängnispsychologe.
Bekannt wurde er vor allem als Kabarettist im Rheinland, dort befasste er sich intensiv mit dem rheinischen Dialekt. Auch die Musik nahm viel Raum in seinem Leben ein, von 2010 bis 2024 moderierte er beim SWR die Musikstunde „Pasticcio musicale“.
Beikircher und die italienische Musik
Bettina Winkler, SWR-Kultur-Musikredakteurin, betreute seine Sendungen und arbeitet eng mit ihm zusammen. Konrad Beikircher war selbst Sänger und trat mit seiner Band auf, besonders italienische Songs zeichneten sein Repertoire aus.
In „Pasticcio musicale“ spielte die Verbindung der Texte mit der Musik eine große Rolle. Bei dieser Verbindung hatte Beikircher stets eine genaue Vorstellung, welche Kompositionen zu den Gedichten und Texten passen.
„Niveauvolle Unterhaltung“
Zwölf Sendungen pro Jahr produzierte Konrad Beikircher für den SWR, besonders in Erinnerung geblieben für Bettina Winkler ist die Signatur seiner E-Mails: mit „ihr Almdudler“ brachte der Südtiroler ein Stück Heimat in seine Korrespondenz ein.
Für die Sendungen brachte Konrad Beikircher ein breites Wissen in klassischer Literatur mit, erzählt Winkler. Außerdem besaß er ein gutes Gespür für Sprache, die Zusammenstellung von Texten und Musik und die dramaturgische Form.
Mit „Pasticcio musicale“ strebte Beikircher eine niveauvolle Unterhaltung an. Interessante Geschichten fütterten das Programm, mit kleinen Denkanstößen gab er dem Publikum auch über die Sendung hinaus Impulse zum Nachdenken.
Leidenschaft für Musik, Sprache und Geschichten
Zum Abschied von Konrad Beikircher verweist Bettina Winkler auf ein Zitat, das auf seiner Homepage zu lesen ist. Es stammt von dem italienischen Regisseur Federico Fellini und erscheint ihr als treffende Zusammenfassung seiner Haltung zum Leben:
Es gibt kein Ende, es gibt keinen Anfang, es gibt nur die unendliche Leidenschaft des Lebens.
Beikirchers eigene unendliche Leidenschaft war eng mit Musik, Sprache und seinen Geschichten verbunden. Sie speisten sich aus seiner Zeit als Gefängnispsychologe, Kabarettist und als Radiomacher.