Wir haben eine sehr enge Bindung. Für mich ist sie wie eine gute Freundin. Sie ist eine Oma, wie man sie sich aus dem Bilderbuch vorstellt.
Quality-Time mit Uroma
Nach Dennys Geburt gehen seine Eltern schnell wieder Vollzeit arbeiten. Deshalb kümmert sich Rosemarie (86) um Denny und seine Schwester: Sie bringt sie in den Kindergarten, später in die Schule, macht Mittagessen und mit ihnen Hausaufgaben. Auch heute verbringt Denny viel Zeit mit seiner Uroma: „Eigentlich bin ich bei meiner Uroma groß geworden. Jetzt komme ich jede Woche mindestens einmal vorbei. Ich verbringe sehr gern Zeit mit ihr. Wir sind füreinander da und vertrauen uns. Wir erzählen uns alles. Es gibt nichts, was man dem anderen nicht sagen kann“, erzählt der 19-Jährige. Rosemarie ergänzt: „Der Denny ist so ein lieber Mensch. Er erinnert mich an meinen Papa und meinen Bruder – die waren auch so lieb wie er.“
Rosemarie über den Tod ihrer Eltern
Als Rosemarie 4 Jahre alt ist, sterben ihre Eltern kurz hintereinander. Ihr Bruder und sie kommen daraufhin zu ihrer Tante. Rosemarie erinnert sich, dass sie dort nicht gut behandelt worden sei und dass ihre Tante sie geschlagen habe: „Ich bin vom Himmel in die Hölle gekommen. Ich bin schier eingegangen vor Heimweh. Aber mein Bruder war bei mir. Wir haben so zusammengehalten. Er hat mir Sicherheit gegeben.“ Dann der nächste Schicksalsschlag: Mit 16 Jahre verliert Rosemarie ihren Bruder bei einem Motorradunfall: „Es war furchtbar. Ich war dann ganz allein. Da wollte ich nicht mehr leben. Aber ich bin noch da. Und jetzt gibt mir mein Urenkel so viel Liebe und Kraft. Da kriege ich alles zurück, was ich aushalten musste.“
Denny steht Rosemarie in jeder Lebensphase zur Seite
Heute unterstützt Denny seine Uroma in jeder Lebenslage. Er plant unter anderem mit ihr gemeinsam ihre Bestattung, damit Rosemarie mitentscheiden kann. „Wenn Oma mal nicht mehr da ist, möchte ich sie waschen und für ihren letzten Schlaf schön herrichten. Das erinnert mich immer daran, dass sie uns, als wir klein waren, auch immer gewaschen und uns Kleidung angezogen hat. Ich finde, das ist was ganz Behütendes“, erklärt Denny. Rosemarie ergänzt: „Wenn ich das höre, geht es mir gut, weil ich mich auf Denny 100 % verlassen kann. Es muss jeder gehen und da bin auch ich mal dran. Es beruhigt mich, dass ich weiß, mein Urenkel ist bis in den Tod bei mir. Besser kann es mir nicht gehen.“
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Jutta Blaufuß ist Chefredakteurin, Verlegerin und Fotografin. Die 80-Jährige bringt jeden Monat ihre eigene Zeitung „Juttas Hausreport“ in ihrem Altenheim in Ludwigshafen heraus.