Drei Monate gehen so schnell rum. Da habe ich gar keine Zeit, Heimweh zu haben. Ich bin so beschäftigt mit den neuen Eindrücken und damit, mich auf die Familie einzulassen. Da kommt das Gefühl gar nicht auf.
45 Jahre arbeitet Ingrid als Krankenschwester. Als sie in Rente geht, spürt sie: Die Zeit will sie nutzen und fragt sich, wie sie ihr Leben neu gestalten kann. Etwas erleben – das ist ihr wichtig. „Ich bin ein sehr neugieriger Mensch und möchte immer wissen, wie es andere machen.“
Neugier statt Ruhestand – Ingrid will die Welt entdecken
Durch eine Freundin hört sie von „Granny Au-pair“, einer Agentur, die Familien mit Au-pairs über 50 zusammenbringt. Ingrid liebt es, zu reisen und die Welt zu entdecken. Für sie passt das perfekt. Erfahrung mit Kindern hat sie genug: Ihr Mann Hermann und sie leben in einer Patchworkfamilie – fünf Kinder, 14 Enkelkinder. Und die unterstützen sie bei ihren Plänen: „Meine Familie fand es genial. Die haben gesagt: ‚Oma, du bist eine coole Socke!‘“
Neue Freundschaften in der Welt
Ingrid lernt Englisch, packt ihren Koffer und reist 2018 zum ersten Mal als Granny Au-pair nach Los Angeles. Die Zeit dort gefällt ihr – und bleibt nicht die einzige Reise. Mittlerweile war sie auch in Australien, auf Bali und in Italien, immer für drei Monate. „Das fällt mir dann auch immer schwer, wieder zu gehen. Aber ich habe zu fast allen noch Kontakt und bekomme immer wieder Fotos von den Kindern geschickt“, sagt sie.
Die Krankheit stoppt Ingrid nicht – Sie will wieder reisen
2024 dann der Einschnitt: Ingrid erkrankt an Krebs und erleidet einen Schlaganfall – eine schwere Phase. Heute geht es ihr zum Glück wieder besser. Ihr großer Wunsch: wieder reisen. Nächstes Jahr plant sie erst einmal einen Urlaub auf Madeira mit ihrem Mann Hermann. Und vielleicht, hofft Ingrid, darf es danach noch einmal ein Einsatz als Granny Au-pair sein – bei einer Familie in einem neuen Land.
Von Portugal an die Mosel: Ein Neuanfang für die Liebe
Für die Liebe neu anfangen: Das haben Janine aus Köln und Pedro aus Portugal gemacht. An der Mosel haben sie sich ein neues Zuhause aufgebaut.
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