Bernd lebt mit dem Tourette-Syndrom

Bernd lebt seit 50 Jahren mit dem Tourette-Syndrom. Er hat Wege gefunden, Positives daraus zu ziehen.

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Von Autor/in Alexandra Dietz

Ich will mich nicht mehr verstellen. Ich habe vor vielen Jahren beschlossen: Ich bin dieser Bernd, mit diesem verfickten Tourette, das bin ich einfach und fertig aus.

Vokale und motorische Tics zwingen Bernds Körper immer wieder zu ruckartigen Handlungen. Die vokalen Tics, zum Beispiel das unfreiwillige Ausrufen von Schimpfwörtern, kann Bernd mittlerweile, wenn es sein muss, unterdrücken. Gefährlicher sind da seine motorischen Tics, zum Beispiel Zuckungen, die zu Muskelverspannungen oder gar zu Verletzungen führen können. So hat er zum Beispiel einen seiner Finger verloren, weil er ruckartig in eine Maschine gegriffen hat.

In seiner Jugend hat er dafür viele Beleidigungen erfahren. Lehrer warfen ihm vor, absichtlich zu stören und Kinder hänselten ihn. Trotzdem habe er sich nie als Opfer gefühlt. Stattdessen sieht Bernd sein Tourette als ein Geben und Nehmen. Es strapaziere zwar seinen Körper, gebe ihm aber auch die mentale Energie, viele verschiedene Projekte zu verwirklichen. Er leitet in Selbstständigkeit einen Betrieb mit 40 Mitarbeitenden und ist leidenschaftlicher Musiker. Die Musik ist für ihn eine große Hilfe, mit seinem Tourette umzugehen:

Du bist in deiner eigenen Welt – deiner Musik – das ist wie Medizin.

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Alexandra Dietz
Onlinefassung
Lea Hagedorn