Ich kann nicht hier in der Bude sitzen und den ganzen Tag versauern.
Herberts Weg zum Sport
Herbert aus Laubach macht seit seiner Kindheit Sport: „Seit dem zehnten Lebensjahr haben wir beim Schwimmen an Kreismeisterschaften teilgenommen.“ Später kommt die Leichtathletik dazu – auch über seinen Job bei der Bundeswehrverwaltung: „1970 habe ich in der Ausbildungswerkstatt angefangen und dann hat direkt im ersten Jahr jemand von der Standortverwaltung angerufen: Der Sportoffizier sucht einen Speerwerfer.“ Herbert springt ein, fährt zu Divisionsmeisterschaften – und gewinnt direkt.
Dreimal die Woche Training
Über Jahrzehnte ist Sport für ihn der wichtigste Ausgleich zu seiner Arbeit. „Man konnte mal abschalten.“ Nebenbei spielt er fast 50 Jahre lang aktiv Fußball: „Ich kann mich nicht hier in die Bude hocken und sitzenbleiben.“ 2006 fährt Herbert zum ersten Mal zu Deutschen Meisterschaften, seitdem gehört der Wettkampf fest zu seinem Leben. Dreimal pro Woche trainiert er und Leichtathletik ist für ihn mehr als nur Hobby: „Hier bin ich für mich selbst zuständig. Wenn ich eine schlechte Leistung bringe, dann muss ich mich über mich selbst ärgern.“
Schwere Hürden vor der Meisterschaft
Dabei war der Weg zum diesjährigen Titel steinig: Fünf Tage vor dem Wettkampf stürzt Herbert mit dem Fahrrad im Wald, verletzt sich am Arm: „Danach bin ich auf die linke Seite gefallen, der ganze Arm war aufgeschürft. Ich habe gedacht, jetzt ist alles vorbei.“ Und noch etwas macht diesen Titel besonders: Herbert hat in diesem Jahr seine Frau verloren. Der Wettkampf ist längst geplant, Zimmer gebucht, die Kinder stehen hinter ihm, bestärken ihn darin, trotzdem zu fahren. Für ihn ist klar: „Es muss weitergehen. Ich bin froh, dass ich das so gemacht habe – und werde auch dabeibleiben, solange ich kann.“
Weltmeisterschaften in Florida?
In Laubach und beim Training in Kaisersesch bleibt Herbert ein Vorbild dafür, was Bewegung im Leben bewirken kann – auch mit 80. Und er hat noch Pläne: Weltmeisterschaften, vielleicht ein Fünfkampf in Florida.
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