Altes Pumpenhaus wird Zuhause für ganze Familie

Zu sechst auf nur 90 Quadratmetern – kann das funktionieren? Ursula und Marc zeigen, wie aus einem heruntergekommenen Pumpenhaus ein überraschend gemütliches Familienzuhause wird.

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Von Autor/in Jörn Michaely

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Ursula und Marc haben ein altes Pumpenhaus im Saarland fast komplett selbst saniert und dabei jeden Zentimeter ausgenutzt, um genug Platz für sich und ihre vier Kinder zu haben. Denn ihr kompaktes Zuhause hat gerade mal 90 Quadratmeter.

Das alte Pumpenhaus liegt im saarländischen St. Wendel, direkt an der Blies, fünf Minuten vom Stadtkern entfernt. Es wurde 1914 gebaut. Damals wurde von hier aus Wasser für Dampfloks zum naheliegenden Bahnhof gepumpt. In den 50er Jahren hat Marcs Großvater das Grundstück gekauft. Nebenan entstand ein Fliesenleger-Betrieb und das stillgelegte Pumpenhaus wurde als Autowerkstatt genutzt.

Heute dient es Marcs eigener Familie als Zuhause. Um die besondere Geschichte des Gebäudes auch weiterhin spürbar zu machen, hängt im Wohnbereich etwa das Garderobenbrett, an dem früher die Mitarbeiter von Marcs Großvater ihre Jacken aufgehängt haben.

Altes Pumpenhaus wurde fast in Eigenleistung saniert

Weil das Budget bei der Sanierung knapp war, haben Ursula und Marc fast alle Arbeiten am alten Pumpenhaus selbst übernommen: Stahl geschweißt, Böden verlegt, Wände verputzt, Möbel angepasst. Neben Studium, Promotion und Referendariat haben sie jede freie Minute investiert, bevor sie nach drei Jahren Arbeit 2016 mit ihrem ersten Kind einziehen konnten. Drei weitere Kinder kamen dazu – und das Haus hat sich mit vielen kleinen Ideen an das Leben zu sechst angepasst.

Pumpenhaus wird Zuhause für sechsköpfige Familie

Im Mittelpunkt der unteren Etage steht das Treppenhaus mit seinem industriellen Charme: rohe Stahlprofile, geöltes Blech und Glasscheiben, die an alte Fabrikfenster erinnern. Der Wohn- und Essbereich bildet das Herz des Hauses.

Da, wo früher die Autos gewartet wurden, fällt heute durch die große Fensterfront viel Tageslicht rein. Im Sommer öffnet sich der Raum zur Terrasse und zum Außengelände – dann fühlen sich die 90 Quadratmeter plötzlich gar nicht mehr klein an.

Mit vielen Tricks alles aus der kleinen Küche rausgeholt

An die ehemalige Außenwand schließt der Anbau mit der Küche an. Auch die ist klein, aber bis auf den letzten Zentimeter durchdacht: zugesägte Unterschränke, damit die Spülmaschine hineinpasst, ein Auszugsschrank in der Ecke und eine Bar, hinter der sich Alltagschaos gut verstecken lässt.

An der Wand hängt ein ausrangiertes Schild, das Marc auf einer Reise auf die Halbinsel Krim am Straßenrand entdeckt hat. Er hat sich sofort in das Metallschild verliebt und wollte es mit nach Hause nehmen – auch wenn das bedeutet hat, dass er die gesamte Reise im Auto auf dem Schild schlafen musste.

Schlaf- und Spielbereich im Dachgeschoss

Im Obergeschoss zeigen Ursula und Marc, wie sich auf wenig Fläche ein Schlaf- und Spielbereich für die ganze Familie einrichten lässt. Insgesamt gibt es im Haus drei Doppelbetten, die Eltern und Kinder flexibel nutzen. Der Boden aus aufgefaltetem Bambus verleiht dem Raum Wärme, Schränke sind passgenau in die Schräge gebaut. Besonders prägend sind die runden Fenster – ein wichtiges Gestaltungselement des alten Pumpenhauses. Sie wurden originalgetreu nachgebaut und doppelt verglast.

Mini-Pumpenhaus wird Spielplatz für die Kinder

Das originale Fenster hängt heute im Baumhaus im Garten, das wie eine verkleinerte Kopie des Pumpenhauses aussieht und heute ein beliebtes Spielgerät für die vier Kinder ist. Überhaupt ist der Garten ein echtes Highlight: Am Grundstück vorbei fließt die idyllische Blies. Direkt daneben steht eine Schaukel, mit der man über den Fluss hinwegfliegen kann. Und die Familie hat seit neustem zwei bretonische Zwergschafe, die das Gras schön kurz halten.

Familie hat noch viele Ideen und plant weiteres Bauprojekt

Noch funktioniert das Leben zu sechst im alten Pumpenhaus ziemlich gut. Aber perspektivisch planen Ursula und Marc bereits den nächsten Anbau. Eine Überlegung: Einen Durchgang zum Nachbargebäude zu bauen, in dem Marcs Opa früher seinen Fliesenlegerbetrieb hatte, und dort Platz für die Kinder schaffen.

Erstmals publiziert am
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Autor/in
Jörn Michaely
Ein Film von
Peter Michaely (Kamera), Michael Kissels (Ton), Sabine Engel-Garscha (Schnitt).