Johnny wohnt in einem Turm mitten in Köln

Johnnys Wohnung in einem Turm ist 50 Quadratmeter groß und verteilt sich über drei Etagen. Die ungewöhnliche Aufteilung stellt ihn beim Einrichten und Wohnen vor einige Herausforderungen. Dafür ermöglicht ihm der Turm außergewöhnliches Tiny Living mitten in der Stadt.

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Von Autor/in Julia Weber

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Johnny hat die Anzeige für die Single-Wohnung im Turm damals im Internet gesehen. Für ihn war sofort klar: Das ist meine Wohnung. Mit seinem Klappfahrrad im Gepäck reiste er mit dem Zug zur Besichtigung von Wien nach Köln – und verstand sich auf Anhieb so gut mit den Vermietern, dass sie ihm den Zuschlag für die Wohnung im Turm gaben. Sie legen Wert darauf, dass sich neue Mieter gut in die Nachbarschaft einfügen. Genau das war es, wonach Johnny nach Jahren in Wien suchte: Eine Nachbarschaft, die auch eine Gemeinschaft ist. In Köln-Bickendorf wurde er fündig.

Rund 50 Quadratmeter auf drei Etagen verteilt

Seine Wohnung ist 52 Quadratmeter groß und verteilt sich auf drei Stockwerke. Für den promovierten Biologen heißt das: Treppensteigen. Wenn er seiner Smartwatch glaubt, läuft er rund 21 Stockwerke am Tag. Seine Turmwohnung ist außerdem zwar schön lichtdurchflutet, aber dafür muss Johnny die 21 Fenster auch sauber halten. Das bedeutet einiges an Arbeit, denn in der Höhe ist der Turm der Witterung stärker ausgesetzt und die Fenster somit auch viel schneller dreckig. Aber der Blick am Morgen hinunter auf die Straße ist es ihm wert. Über die Zeit hat Johnny nämlich festgestellt: Er hat die Straße gut im Blick, aber nie schaut jemand zu ihm nach oben.

Maßgefertigte Möbel wegen spezieller Raummaße

An der kleinen Wohnung im Turm hat ihm außerdem gut gefallen, dass so viel Holz verbaut ist. Deckenbalken, Parkett, Fensterbänke, die Treppe – alles ist aus Holz. Hobbymäßig arbeitet Johnny auch gerne mit Holz und schreinert sich das ein oder andere Teil für sein Tiny Home zurecht. Denn mit einer Grundfläche von fünf mal fünf Metern ist seine quadratische Küche beispielsweise nicht für Möbel von der Stange gemacht. Sein erstes selbstgezimmertes Möbelstück ist daher ein offenes Küchenregal gewesen, das er anstelle eines wuchtigen Hängeschranks an die Wand geschraubt hat.

Schnell musste er sich auch etwas für den Küchentisch überlegen, denn sein alter Tisch passte nicht in den kleinen Raum. Johnny wollte einen langen Tisch, weil er gerne Besuch hat. Aber nicht zu tief, damit man den Schrank noch öffnen kann, in dem er seine Teller aufbewahrt. Tricky – aber mit der Hilfe eines Freundes hat er es geschafft. Für seine Holzarbeiten hat er eine Werkstatt in der Nachbarschaft angemietet, wo er sich in seiner Freizeit kreativ austoben kann.

Wenig Stauraum: Jeder Kauf wird hinterfragt

Der begrenzte Platz in seinem Turm zwingt Johnny auch dazu, sich bewusst mit seinem Konsum auseinanderzusetzen. Jedes Mal, wenn er etwas kauft, fragt er sich, ob er es in seiner kleinen Turmwohnung auch unterkriegt. Das betrifft neue Schuhe, die bei ihm auf der Treppe Platz finden müssen, genauso wie neue Tassen, die er in seinem Kleiderschrank unterbringt.

Einige Möbel, die Johnny in seiner großzügigen Altbauwohnung in Wien spielend unterbringen konnte, musste er nach dem Umzug in den Turm deshalb einlagern. Darunter auch ein schöner alter Schreibtisch, den er beim besten Willen nicht durchs Treppenhaus ins Obergeschoss seiner Turmwohnung bekommen hat. Seine Couch musste er dafür zersägen – das wollte er seinem alten Vintage-Schreibtisch nicht antun.

Kein Zuhause für immer

Der Turm hat insgesamt nur eine Tür und die führt zum Badezimmer. Ansonsten sind alle Räume offen. Für einen Single kein Problem. Doch Johnny weiß, dass die Wohnung nichts für immer ist. Irgendwann wird die Zeit für ihn im Tiny-Turm deshalb auch vorbei sein. Bis dahin ist es für Johnny der perfekte Ort zum Leben.

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Autor/in
Julia Weber
Ein Film von
Max Biermann (Kamera), Gianluca Nieleck (Kamera) und Volker Steiger (Schnitt). Produziert von sagamedia Film- und Fernsehproduktion GmbH im Auftrag des SWR.