Peter und Roland haben sich in ihrer Heimat in der Pfalz ein kleines Paradies geschaffen. Ihr 200 Jahre altes Fachwerkhaus in Rheinzabern haben sie aufwendig saniert und darin in über 40 Jahren liebevoll alte Schätze aus der Region zusammengetragen.
Wie im Museum: Ein Haus voller Antiquitäten
Im pfälzischen Rheinzabern sind Roland Häfele – Postbeamter in Pension – und Peter Hamburger – ehemals Industriekaufmann – wirklich bekannt: für ihr auffälliges blaues Haus mit zahlreichen, fast vergessenen Gegenständen aus den letzten 100 Jahren und für ihren Garten, der durch eine unglaubliche Vielfalt an Blumen und Pflanzen besticht. Sehr gerne stöbern die beiden, die seit 39 Jahren ein Paar sind, auch auf französischen Flohmärkten herum. Für kleines Geld kommen dafür Fundstücke mit nach Hause, an denen sich das Ehepaar lange erfreut. Ein wenig verlegen geben sie zu, dass das Haus bald voll ist, aber für etwas Schönes wird sich schon noch ein Plätzchen finden.
Verfallene Ruine wird Fachwerkparadies
Peter ist in Rheinzabern aufgewachsen – und zwar im Haus neben seinem heutigen Wohnsitz. Als er 25 ist, wird das Nachbarhaus verkauft. Das Haus von 1802 ist zu dem Zeitpunkt völlig verkommen, zerfallen und unbewohnbar. Peter verbindet aber mit der Ruine viele schöne Kindheitserinnerungen – er und seine Eltern gingen dort ein und aus. Deswegen kauft er das Anwesen samt Grundstück. Fachleute raten ihm, das Fachwerk abzutragen und das Haus komplett neu zu bauen. Zwei Jahre dauert das Unterfangen, dann steht das Fachwerkhaus wieder. Eine gelungene Kombination aus alten und neuen Baumaterialien mit moderner Elektrik.
Von Anfang an ist auch Roland beim Bauprojekt mit dabei. Die beiden hatten sich kurz zuvor kennengelernt. Schlussendlich ist dann auch Roland von Karlsruhe nach Rheinzabern ins Fachwerkhaus gezogen.
Liebe zu Frankreich und dem Elsass
Peter liebt Frankreich und das Elsass. Dies ist nicht nur auf die Nähe zum Nachbarland zurückzuführen – es sind gerade mal 20 Kilometer bis zur Grenze – sondern auch darauf, dass französisches Blut in ihm fließt. Er sagt gerne, ein Viertel von ihm sei französisch, denn ein Großvater war Franzose.
Römische Geschichte der Region überall sichtbar
Auch die Ortsgeschichte ihrer Heimat begeistert die beiden Männer sehr. Hinter ihrem Garten verlief die alte Römerstraße. Und an dieser lagen bedeutende Produktionsstätten für Keramik. Rheinzabern galt als der wichtigste römische Töpferei-Standort in Deutschland. Die Vergangenheit können die beiden mit Händen greifen. Beim Umgraben im Garten finden sich immer wieder Tonscherben aus der Antike. Wofür andere ins Museum gehen, finden die beiden Rheinzaberner bei sich in der Erde.
Großes Gartenparadies
Neben der Detailliebe zu Antiquarischem besticht das Heim von Roland und Peter durch einen reichhaltigen Garten. Dominiert wird der Hof durch die Ramblerrose „Bobbie James“, die im Mai/Juni eine unglaubliche Fülle an schneeweißen Blüten trägt, die zart duften. Bienen schwirren herum, aber genauso die beiden Rosenzüchter. Denn diese Art Rose lässt im Frühjahr bis zu sechs Meter lange Triebe wachsen, die in mühseliger Arbeit gestutzt werden müssen. Sonst wäre vom Haus bald nichts mehr zu sehen. Gemütliche Sitzecken wechseln sich mit Gemüsebeeten ab. Hühnerstall, Gewächshaus und Scheune runden das Ambiente ab.
Im Frühjahr und Spätsommer laden die beiden Rentner an Wochenenden Gartenfreunde ein, sich ebenfalls an der Blumenpracht zu erfreuen. Aus einem weiten Umkreis fahren an einem Tag bis zu 600 Gäste zu ihnen nach Rheinzabern.
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