In der Verwaltungsdirektion erfolgt die kaufmännische und finanzielle Steuerung des Südwestrundfunks. Neben den Bereichen Personal und Finanzen gehören dazu alle infrastrukturellen Themen sowie die Archivierung und Dokumentation von Sendungen und Produktionen des Südwestrundfunks sowie des Saarländischen Rundfunks. Diese Themengebiete verteilen sich auf vier standortübergreifende Hauptabteilungen: Finanzen, Personal und Rechtemanagement, Service und Gebäudemanagement sowie Information, Dokumentation und Archive.
Sanierung des SWR Fernsehturms
Der 1956 erbaute SWR Fernsehturm ist zwar nicht mehr für die Fernseh-, dafür aber für die Hörfunk-Programmverbreitung des SWR von großer Bedeutung. Zugleich ist er ein geschütztes Kulturdenkmal und Wahrzeichen der Region Stuttgart. Der Turm, der am 5. Februar 2026 sein 70-jähriges Jubiläum feierte, ist in die Jahre gekommen und stark sanierungsbedürftig. Deshalb starteten im Herbst 2025 Sanierungsarbeiten im Turmschaft, bei denen vor allem Risse und Abplatzungen im Beton instandgesetzt werden. Sie resultieren aus Witterungseinwirkungen durch Höhe und exponierte Lage sowie aus Schwingungen durch die Winde, die der Turmschaft permanent ausgleichen muss. Ein größerer Riss in rund 80 Meter Höhe wurde bereits erfolgreich mittels Stahlklammern geschlossen. Auch die Betonbeschichtung wird im Zuge der Sanierungsarbeiten erneuert, welche im Herbst 2026 abgeschlossen sein sollen. Finanzielle Unterstützung erhält der SWR von der Denkmalstiftung Baden-Württemberg, die 500.000 Euro bereitstellt – so viel wie nie zuvor für ein einzelnes Denkmalschutzprojekt. Diese Förderung ist eine Anerkennung für den SWR und sein Engagement im Denkmalschutz, auch jenseits des Fernsehturms, etwa bei der Sanierung des Stuttgarter Funkhauses.
Transformationsprozess für Mitarbeitende der szenischen Eigenproduktionen
Anfang 2025 wurde entschieden, die Eigenproduktion szenischer Formate und von Unterhaltungsformaten am Standort Baden-Baden ab 2026 schrittweise bis Ende 2028 einzustellen (siehe auch Bericht der PDI). Diese strategische Neuausrichtung betrifft insbesondere Programm, Produktion und Verwaltung und wird von der Verwaltungsdirektion im Rahmen eines strukturierten Transformationsprozesses begleitet.
Ziel dabei ist es, Beschäftigten, die bisher für diese Eigenproduktionen arbeiten und deren Aufgaben perspektivisch entfallen, eine Weiterbeschäftigung innerhalb des SWR zu ermöglichen und neue berufliche Perspektiven zu eröffnen. Dazu gehören eine transparente Vermittlung auf freie Positionen in anderen Bereichen sowie gezielte Qualifizierungsangebote zur Vorbereitung auf neue Aufgabenfelder.
Im Mittelpunkt stehen Begleitung und Unterstützung der betroffenen Mitarbeitenden und Führungskräfte. In individuellen Gesprächen werden Kompetenzen erfasst und Entwicklungsmöglichkeiten identifiziert, während Informationsveranstaltungen und Dialogformate Orientierung bieten und sozialverträgliche Lösungen ermöglichen.
Fünf Jahre „ARD Retro“
„ARD Retro“ feierte 2025 sein fünfjähriges Bestehen: Das gemeinsame Archivprojekt von ARD-Landesrundfunkanstalten, Deutschem Rundfunkarchiv (DDR-Bestände) und Deutschlandradio ist seit 2020 öffentlich nutzbar und damit ein wichtiger Schritt zur Zugänglichmachung des audiovisuellen Kulturerbes der BRD und der DDR.
Inzwischen sind bei „ARD Retro“ über 33.000 Beiträge online – von Nachrichten über prägende Dokus bis zu Bildungs- und Unterhaltungssendungen. Die Videos wurden in der ARD Mediathek über 51 Millionen Mal, die Audios in der ARD Audiothek (heute: ARD Sounds) über 700.000 Mal abgerufen.
Vorreiter für das Projekt war der SWR mit „SWR Retro“ (gestartet im Jahr 2019). Perspektivisch sollen die urheberrechtlichen Grenzen sukzessive erweitert und noch mehr Archivmaterial publizistisch nutzbar gemacht werden.
SAD-Kooperation und erster SAD-Tag
Die SAD-Kooperation (Smarte Archive und Daten) ist die größte und älteste IT-Kooperation im öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Seit 1983 entwickelt sie unter Federführung des SWR gemeinsam mit HR und WDR standardisierte und herstellerunabhängige Software- und Datenprodukte für Archive, Redaktionen und Produktionsabteilungen der beteiligten Institutionen (ARD Sender, Deutschlandradio, Deutsches Rundfunkarchiv, ORF).
Das SAD-Produktportfolio ermöglicht es rund 15.000 Mitarbeitenden in allen beteiligten Häusern, auf das gesamte digitale Programmvermögen zuzugreifen, Inhalte zu recherchieren und weiterzuverarbeiten. Mit dem ARD-Strukturprojekt „medas“ wurde beispielsweise eine gemeinsame, crossmediale Archivdatenplattform entwickelt. Die hierbei angestrebten Einsparungen in Höhe von 21,4 Millionen Euro bis Ende 2024 wurden deutlich übertroffen – ein Beleg für die Effizienz und Innovationskraft der Kooperation.
Ein Meilenstein im Jahr 2025 war der erste „SAD-Tag“ in Baden-Baden mit rund 130 Teilnehmenden vor Ort und virtuell. In 16 Sessions wurde ein breitgefächertes Themenspektrum präsentiert. Auch der ARD-Vorsitzende Florian Hager unterstrich in seiner Keynote die Bedeutung der SAD-Kooperation für die ARD-Datenstrategie und die digitale Transformation der ARD.
Einheitlicher Leitfaden für ARD und ZDF für die Wirtschaftlichkeitsbetrachtung
Der SWR ist verpflichtet, bei seiner Wirtschaftsführung die Grundsätze der Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit zu beachten. Insbesondere bei größeren Projekten wurden dazu bislang Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen durchgeführt.
Auf Bitte der KEF und gemäß § 31.4 im Reformstaatsvertrag wurde von den Rundfunkanstalten ein einheitliches, anstaltsübergreifend anwendbares Verfahren für Wirtschaftlichkeitsberechnungen entwickelt, das eine Kapitalwertbetrachtung und Nutzwertanalyse bei finanzwirksamen Maßnahmen vorsieht. Dem Leitfaden stimmte der SWR Verwaltungsrat bereits im Sommer 2024 zu und genehmigte eine Erprobungsphase. 2025 wurde das Instrument von den Fachabteilungen angewendet und weiter optimiert, unterstützt durch Workshops der Hauptabteilung Finanzen. Parallel wurden die Gestaltungsspielräume im SWR konkretisiert, etwa Wertgrenzen festgelegt, Workflows definiert und die Analysen um eine Risikobetrachtung erweitert.