Nach einer kurzen Rede des Kommunisten Ernst Torgler gibt Reichskanzler Heinrich Brüning eine Regierungserklärung ab. Sie handelt von der Not in Deutschland und stellt fest, dass die Not eine lähmende Wirkung auf den internationalen Handel habe. Deutschland wolle ein solidarisches Mitglied im Bund der Nationen sein. Die Löhne der Arbeiter seien gesenkt worden, ohne dass es zu großen Streiks gekommen war. Brüning erwähnt "die Krise des englischen Pfundes" und kann deren Auswirkung auf die deutsche Währung noch nicht abschätzen. Es drohe, die ganze Welt in Not und Armut zu versinken.
Sitzung ohne Nationalsozialisten
Die große Fraktion der Nationalsozialisten ist nicht im Saal. Sie hatte aus Protest gegen die Weimarer Demokratie am 10. Februar das Parlament mit großem Tamtam verlassen, kommt aber zur nächsten Sitzung wieder für einige Tage zurück.
Brüning hält seine Rede ohne Irritation durch die Zwischenrufe der Kommunisten. Die Sozialdemokraten hören weitgehend ruhig zu. Der Mitschnitt endet mit dem Ende der Sitzung dieses Tags.
Redner:
Ernst Torgler (KPD)
Heinrich Brüning (Reichskanzler)
5. Wahlperiode. 1931/32
Alle Aufnahmen: Der Reichstag vor Hitler
Parlamentsdebatten 1931 bis 1933 Der Reichstag vor Hitler
Die Weimarer Republik war die erste parlamentarische Demokratie in Deutschland. In bisher unveröffentlichten Tonaufnahmen der Parlamentsdebatten wird ihr Scheitern erfahrbar.