30.8.1995

NATO startet ersten Kriegseinsatz in Europa gegen bosnische Serben

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Von Autor/in ARD Archivradio

Mitte der 1990er-Jahre ist das ehemalige Jugoslawien schon weitgehend zerfallen. Die serbische Führung in Belgrad versucht jedoch, so viel Territorium wie möglich unter der eigenen Kontrolle zu behalten.

Bosnische Serben feuern Granaten auf Sarajevo – NATO greift ein

Im Sommer 1995 liegt der Fokus auf Bosnien-Herzegowina. Die Republik hatte 1992 ihre Unabhängigkeit erklärt, woraufhin bosnische Serben die Hauptstadt Sarajevo jahrelang belagern. Der Krieg wird immer brutaler. Im Juli 1995 kommt es zum Massaker von Srebrenica, dessen Ausmaß allerdings nur langsam bekannt wird. Parallel laufen unter internationaler Vermittlung Friedensverhandlung, die aber zu nichts führen.

Am 28. August 1995 beschießen die bosnischen Serben auch Sarajevo mit Granaten. Das ist der Punkt, an dem sich die NATO dazu entschließt, in den Krieg einzugreifen. Am 30. August 1995 beschießt sie mehrere serbische Stellungen in Bosnien-Herzegowina. Es ist der erste Kriegseinsatz der NATO in Europa.

Männer der slowenischen Miliz errichten am 29. Juni 1991 an der österreichischen-slowenischen Grenzstation am Seebergsattel eine Tafel mit der Aufschrift "Republik Slowenien".

25.6.1991 Kroatien und Slowenien erklären Unabhängigkeit

25.6.1991 | Das ehemalige Jugoslawien beginnt zu zerbrechen. Slowenien und Kroatien erklären ihre Unabhängigkeit. Sie wollen sich damit von der Herrschaft des serbischen Präsidenten Milosevic befreien, der in den Jahren zuvor die Provinzen immer mehr entmachtet und diktatorische Züge angenommen hat. Slowenien und Kroatien sind die beiden nördlichsten und wirtschaftlich stärksten Provinzen. Ihre Unabhängigkeit wollten sie eigentlich erst einen Tag später erklären, aber dann prescht zunächst Kroatien vor. Daraufhin schafft auch Slowenien noch am selben Abend Fakten.
Dass Serbien die Unabhängigkeitserklärungen nicht einfach so akzeptieren würde, war klar, doch die Regierung in Belgrad ging gleich schon am nächsten massiv gegen die abtrünnigen Staaten vor.
Die Länder der Europäischen Gemeinschaft erkannten Slowenien und Kroatien noch nicht gleich als unabhängige Staaten an. Das passierte erst ein halbes Jahr später, vor allem auch der deutsche Außenminister Hans-Dietrich Genscher setzte sich dafür ein, als Versuche, durch Verhandlungen die Gewalt einzudämmen nicht geholfen haben.

Zwei slowenische Soldaten stehen am 29. Juni 1991 in Maribor vor einem von zwei erbeuteten jugoslawischen Panzern.

2. bis 4.7.1991 Angriffe auf Ljubljana – Jugoslawienkriege beginnen mit "10-Tage-Krieg"

2. bis 4.7.1991 | Kaum haben Slowenien und Kroatien am 25. Juni 1991 ihre Unabhängigkeit erklärt, startet die Jugoslawische Volksarmee zahlreiche Luftangriffe, zunächst auf die slowenische Hauptstadt Ljubljana. Von dort meldet sich am 2. Juli Korrespondent Johannes Grotzky im Süddeutschen Rundfunk.
Die serbische Regierung gibt Slowenien relativ schnell auf. Zum einen, weil dort keine größere serbische Minderheit lebt, zum anderen, weil sie schnell merkt, dass sie keine Kontrolle mehr über das Land gewinnen kann. Am 4. Juli berichtet Johannes Grotzky davon, wie sich junge Soldaten der jugoslawischen Volksarmee von Bussen in Ljubljana abholen und nach Hause bringen lassen.

Niederländische UN-Friedenstruppen sitzen im Juli 1995 auf einem gepanzerten Transportfahrzeug, während sich muslimische Flüchtlinge aus Srebrenica in Ostbosnien im Dorf Potocari, etwa fünf Kilometer nördlich von Srebrenica, versammeln.

11.7.1995 Srebrenica vor dem Massaker – Serben nehmen die Stadt ein

11.7.1995 | Das Massaker von Srebrenica 1995 gehört zu den dunkelsten Momenten der Jugoslawienkriege in den 1990er-Jahren. 8.000 Bosniaken wurden ermordet. Für die ARD berichtet damals Anke Mai. Die Sorge vor einem bevorstehenden Massaker spricht sie im Gespräch mit dem SDR schon offen aus.

Eine bosnische Flagge weht auf Halbmast vor einer Reihe von Gräbern an der Gedenkstätte für den Völkermord von Srebrenica. Sie erinnert an die über 8.372 bosnischen Männer und Jungen, die von ihren Müttern, Schwestern und Töchtern getrennt und von bosnisch-serbischen Streitkräften Jugoslawiens getötet wurden.

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