20.5.1966

Der "Weiße Wal" im Rhein – Beluga-Fieber in Duisburg

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Stand

Von Autor/in ARD Archivradio

Zoodirektor will den Wal erwischen

1966 schwimmt ein Weißwal – auch Beluga genannt – den damals ziemlich dreckigen und verseuchten Rhein hinauf, bis nach Duisburg. Zwei Rheinschiffer entdecken ihn am 18. Mai 1966. Die Nachricht spricht sich schnell herum, der Wal bekommt den Spitznamen Moby Dick. Der erste Impuls ist aber nicht, dem Wal wieder zurück in die Nordsee zu helfen, im Gegenteil. Der Duisburger Zoodirektor Dr. Wolfgang Gewalt versucht ihn zu erwischen, schießt auf ihn mit Betäubungspistolen – ohne Erfolg. Am 20. Mai 1966 taucht der Wal wieder auf. Der WDR berichtet.

Jagd auf Beluga wird zum Spektakel

Die Waljagd wird zum Spektakel; Presseboote und sogar Zeppeline begleiten Dr. Gewalt bei seiner Jagd auf den Wal, der immer wieder an neuen Orten gesichtet wird, tendenziell aber wieder rheinabwärts. Gleichzeitig kippt die Stimmung. Naturschützer drängen darauf, den Wal in Ruhe zu lassen. Die Bild-Zeitung greift die Stimmung auf, schreibt von gnadenloser Jagd. Der Kölner Express fordert "Verhaftet Dr. Gewalt".

Nach einem Monat, am 16. Juni 1966, findet der Wal in die Nordsee zurück und schwimmt wieder im offenen Meer.

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