Diesmal sei sie viel optimistischer als all die Jahre zuvor, frohlockt die Vorsitzende des Fördervereins Schloss Malberg, Inge Solchenbach. Sie plant bereits größere Veranstaltungen im ersten Obergeschoss des Schlosses. Möglich machen das Bauarbeiten, die momentan im Inneren der alten Mauern laufen. Doch der Reihe nach.
Einmaliges Ensemble wurde gerettet
Das Schloss Malberg in der Kyllburger Waldeifel ist so groß und kostspielig, dass der letzte Schlossherr 1989 nicht mehr in der Lage war, notwendige Renovierungsarbeiten durchzuführen. Da lebte er selbst schon in einem Haus an der Pforte des eigentlichen Schlosses. Die damalige Verbandsgemeinde Kyllburg (heute Verbandsgemeinde Bitburger Land) kaufte Schloss Malberg. Zu groß, zu bedeutend und ortsprägend war das Anwesen, als dass man es dem Verfall hätte preisgeben können.
Erfolglose Suche nach privatem Investor
Millionen Euro öffentliche Gelder sind seither in das Schloss geflossen - von Bund, Land, Kreis und Verbandsgemeinde. Vor zwölf Jahren gründete sich eine Stiftung "Schloss Malberg". Das Stiftungskapital in Höhe von 1,2 Millionen Euro stellten das Land Rheinland-Pfalz und der Eifelkreis Bitburg-Prüm. Sanierungen wurden angegangen, erste Veranstaltungen wurden organisiert. Parallel suchte die Verbandsgemeinde als Eigentümerin einen potenten Investor. Bislang vergeblich.
Ab 2026 größere Events möglich
2026 kommt Bewegung in die Sache: Bislang konnten im Schloss nur kleine Veranstaltungen mit bis zu 35 Besuchern im Erdgeschoss stattfinden. Der Grund: ein zweiter Rettungsweg zum ersten Obergeschoss fehlte. Diese Nottreppe und die vorgeschriebene Notbeleuchtung werden nun eingebaut. Eine gute Nachricht für den Förderverein.
"Bislang waren Veranstaltungen wegen der beschränkten Teilnehmerzahl meist ein Verlustgeschäft", sagt Inge Solchenbach vom Förderverein. "Dass jetzt das erste Obergeschoss nutzbar ist mit bis zu 60 Gästen, das ist wunderbar!"
Bald auch Urlaub im Schloss
Gute Nachrichten gibt es auch vom Arkadenbau des Schlosses, einem sehenswerten Nebengebäude. Der Eifeler Unternehmer und Rechtsanwalt Niels Becker hat seine ersten Ferienappartements fertig. Eine Herausforderung, sagt er.
Zwar hat Becker in der Eifel schon zahlreiche Bauernhäuser in Feriendomizile umgebaut. Aber in Malberg musste er komplett neu denken. "Bauernhäuser sind rustikal eingerichtet", meint er. Da habe er viel Erfahrung. "Aber wenn jemand eine Ferienwohnung in einem Schloss mietet, dann muss sich das auch in der Einrichtung widerspiegeln."
Gastronomie soll in diesem Jahr starten
Außerdem plant Becker eine Gastronomie im Arkadenbau mit Kaffee, Kuchen und einfachen Gerichten. Für den Förderverein heißt das, dass bei Veranstaltungen jetzt ein Caterer vor Ort wäre.
Brauereigebäude wird grundsaniert
Das marode Brauereigebäude am Eingang des Anwesens soll jetzt auch grundsaniert werden. Das Dach werde neu gedeckt, Fenster und Türen getauscht und die Fassade restauriert. Die Fördermittel sind beantragt. Und auch über die zukünftige Nutzung des Hauses werde diskutiert.
Schloss Malberg als Kulturtreff für alle
Inzwischen ist so viel öffentliches Geld in das imposante Anwesen an der Kyll geflossen, dass es die Beteiligten als Ziel sehen, dass das Anwesen möglichst für alle öffentlich zugänglich wird. Als Treffpunkt für Einheimische und Urlauber, die durch die Gärten des Schlosses spazieren können. Oder als Ort für viele künftige Veranstaltungen.