In der Vorlage, über die der Sportausschuss der Stadt Trier am Mittwoch beraten hat, heißt es: "Das Bad an den Kaiserthermen hat seine technische und bauliche Lebensdauer inzwischen deutlich überschritten. Wesentliche Gebäudeteile, die Beckenanlagen sowie die gesamte technische Gebäudeausrüstung befinden sich in einem stark sanierungsbedürftigen Zustand."
Gutachter: Sanierung an den Kaiserthermen zu teuer
Ein externes Fachbüro hat nach Angaben der Stadtwerke Trier (SWT) das Hallenbad Ende 2024 begutachtet. Die Einschätzung: Wirtschaftlich und technisch mache es keinen Sinn das Bad am bestehenden Standort zu sanieren. "Eine Sanierung käme faktisch einer Kernsanierung mit Rückbau bis auf den Rohbau gleich", so ein Sprecher der SWT. Bei einer mehrjährigen Schließung würden die 280.000 jährlichen Badegäste zudem, mangels Alternativen, im wahrsten Sinne des Wortes auf dem Trockenen sitzen.
Im Sportausschuss schilderte ein SWT-Mitarbeiter, wie schwierig die Situation im alten Hallenbad an den Kaiserthermen ist: "Fünf Jahre halten wir irgendwie noch durch."
Neubau sinnvollste Lösung
Die Stadtwerke haben bereits erste Projektskizzen erstellt. Vorgesehen sei ein modernes Sport-und Freizeitbad. Im Mittelpunkt stünden Schulschwimmen, Vereinssport und der öffentliche Badebetrieb für möglichst breite Schichten der Bevölkerung, so ein SWT-Sprecher. "Spaßbad-Elemente" wie Rutschen oder Strömungskanäle sind danach nicht vorgesehen. Eine Saunalandschaft möchte die SWT aber weiterhin in einem vom Bad getrennten Bereich vorhalten.
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Messepark oder Hauptbahnhof?
Fraglich bleibt, wo das neue Hallenbad überhaupt gebaut werden soll. Nach Einschätzung der SWT kämen derzeit zwei Standorte in die engere Auswahl: Neben dem schon länger diskutierten Messepark käme auch ein bislang als Busbahnhof der Moselbahn genutztes Grundstück in der Nähe des Trierer Hauptbahnhofs in Frage. Der Aufsichtsrat der SWT hat diese Woche einem Kauf zugestimmt. Damit sei die Standortfrage aber noch nicht entschieden.
Stadt Trier will an Fördermittel des Bundes
Nach Schätzungen der SWT werden die Kosten für einen Neubau bei "einem mittleren zweistelligen Millionen-Betrag" liegen. Stadt und SWT wollen sich deswegen für das Programm "Sanierung kommunaler Sportstätten - Schwimmbäder" mit dem Projekt bewerben.
Es handelt sich um Fördermittel des Bundes. Insgesamt sollen 250 Millionen Euro für die Sanierung von kommunalen Schwimmbädern aus dem Bundeshaushalt bereitgestellt werden. Das Programm sei erst Ende März aufgelegt worden, deswegen sei es jetzt ein "ziemlicher Schweinsgalopp durch die städtischen Gremien", so die Trierer Sportdezernentin Britta Weizenegger.
Bis zum 19.6 muss Trier die Unterlagen in Sachen Hallenbad-Neubau eingereicht haben. Die erste Hürde wurde am Mittwoch genommen: Der Sportausschuss hat einstimmig für die Bewerbung gestimmt.
Die maximale Förderhöhe liegt bei acht Millionen Euro pro Projekt. Mindestens zehn Prozent der Baukosten müsste die Stadt tragen. Auch das Land und die Europäische Union könnte den Trierer Hallenbad-Neubau fördern.