Prozess-Gutachten bringt neue Erkenntnisse

Messerattacke in Bad Kreuznach: Arztfehler in der Notaufnahme?

Nach einer Messerattacke in Bad Kreuznach stirbt ein Mann im Krankenhaus St. Marienwörth. Der Täter steht wegen Totschlags vor Gericht. Im Prozess stellt sich heraus: Ein ärztlicher Fehler war vielleicht die eigentliche Todesursache.

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Stand

Nach einem Messerangriff in in Bad Kreuznach vor gute einem Jahr hat die Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen einen Anästhesisten des Krankenhauses St. Marienwörth eingeleitet - wegen fahrlässiger Tötung.

Der Grund: Ein Mann, der nach einer Messerattacke in die Notaufnahme kam, starb wahrscheinlich nicht an den Verletzungen durch die Messerstiche, sondern an einem Behandlungsfehler. Der Messerstecher kann nun wohl mit einem milderen Urteil rechen.

Messerattacke in der Kirschsteinanlage in Bad Kreuznach

Am 19. Oktober 2024 war laut Polizei in der Kirschsteinanlage in Bad Kreuznach ein Streit zwischen Männen eskaliert - offenbar wegen Drogengeschäften. Dabei zückte einer der Männer ein Messer und stach auf einen anderen ein.

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Fataler Fehler in der Notaufnahme?

Der 35-Jährige rettete sich nach der Messerattacke ins Krankenhaus St. Marienwörth und brach dort zusammen. Die Ärzte in der Notaufnahmen versuchten, ihn zu stabilisieren und zu beatmen, der 35-Jährige starb jedoch wenig später. Bei der Behandlung in der Notaufnahme soll es zu dem fatalen Fehler gekommen sein.

Gutachten: Mann hätte Messerattacke überleben können

Der Prozess gegen gegen den mutmaßlichen Messerangreifer brachte dies an Licht. Darüber hatten die Allgemeine Zeitung und die Rhein-Zeitung zuerst berichtet. Zwei Rechtsmediziner hatten in dem Prozess ihre Gutachten vorgestellt. Sie kamen zu einem eindeutigen Schluss: Nicht die Messerattacke war die Todesursache, sondern Fehler bei der Behandlung in der Notaufnahme.

Die Experten stellten fest, dass einen Lungentubus, durch den das Opfer eigentlich Luft bekommen sollte, nicht in die Luftröhre, sondern in die Speiseröhre des Mannes gelegt wurde. Dadurch wurde er nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Die Gutachter sind überzeugt, dass der Mann überlebt hätte, wenn der Schlauch korrekt gelegt worden wäre.

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Was bedeutet das Gutachten für den Angeklagten?

Die neuen Erkenntnisse könnten den Verlauf des Prozesses gegen 
den mutmaßlichen Täter beeinflussen. Dem Angeklagten wird Totschlag vorgeworfen. Die Gutachter aber stellen die direkte Verbindung zwischen den Messerstichen und dem Tod des Mannes infrage. Damit kommt möglicherweise auch eine Verurteilung wegen versuchten Totschlags oder gefährliche Körperverletzung in Frage. Das Gericht hat darüber aber noch nicht entschieden.

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Erstmals publiziert am
Stand
Autor/in
Sibylle Jakobi
Sibylle Jakobi ist Reporterin im SWR Studio Mainz
Katja Jorwitz
Katja Jorwitz ist Reporterin im SWR Studio Mainz

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