Ärzte wollen lieber angestellt sein

Zu wenig Hausärzte: Worms prüft Medizinisches Versorgungszentrum

Im Kampf gegen fehlende Hausärzte prüft Worms ein eigenes Medizinisches Versorgungszentrum. Jetzt soll ein Zeit- und Budgetplan her.

Teilen

Stand

Von Autor/in Karin Pezold, Andreas Neubrech

Die Stadt Worms will die Idee eines Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ) weiter verfolgen. "In einem nächsten Schritt werden wir innerhalb der Stadtverwaltung einen Projektleiter dafür suchen und einen Zeit- und Budgetplan erstellen", so Bürgermeisterin Stephanie Lohr (CDU).

Zuvor hatten sich Lohr und andere Vertreter der Stadt Worms zu einem Runden Tisch getroffen, unter anderem mit dem Geschäftsführer des MVZ in der Verbandsgemeinde Monsheim. Das hat vor zehn Monaten eröffnet und die Erfahrungen sind seinen Aussagen zufolge größtenteils positiv.

Positive Erfahrungen in der Verbandsgemeinde Monsheim

Die Verbandsgemeinde habe in der Vergangenheit immer wieder versucht, Hausärzte anzulocken, sei aber gescheitert, so Jörg Petry, Geschäftsführer des MVZ in Monsheim. "Die Ärzte haben uns immer wieder gesagt, sie wären lieber angestellt."

Mit dem Versorgungszentrum konnten sie den Wunsch der Ärzte erfüllen. Nun sei die Nachfrage seitens der Ärzte sogar größer als die offenen Stellen. Auch finanziell sei ein solches Versorgungszentrum machbar.

Rheinland-Pfalz

Studienplatzmangel in der Medizin Wenige Medizin-Studierende in Rheinland-Pfalz

Gerade einmal elf Studienplätze kamen 2024 in Rheinland-Pfalz auf 100.000 Einwohner. Damit landet das Land im Bundesvergleich nur auf dem 13. Platz.

Kommunale Trägerschaft sichert medizinische Qualität

Wichtig war Monsheim, dass das MVZ in kommunaler Hand bleibt. "Private Investoren wollen Gewinne erzielen. Das geht immer auf die Qualität der ärztlichen Versorgung", so Petry. Beispielsweise würden dann wichtige Operationen nicht mehr angeboten, weil sie finanziell nicht lukrativ seien.

Fünf offene Stellen bei Hausärzten in Worms

In Worms gibt es fünf Hausarzt-Stellen zu wenig. Nach Angaben der Stadt versorgt ein Hausarzt etwa 1.500 Menschen. Heißt auf dem Papier: Mindestens 7.500 Menschen sind ohne Hausarzt oder Hausärztin.

Die Lage dürfte sich zuspitzen, wenn die Stadt nicht reagiert. Denn laut Bürgermeisterin Lohr sind 40 Prozent der Hausärzte in Worms älter als 60 Jahre und gehen möglicherweise bald in den Ruhestand. 14 Prozent der Hausärzte sind sogar mehr als 70 Jahre alt.

Deshalb hatte der Wormser Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung beschlossen, dass die Verwaltung prüfen soll, ob auch in Worms ein Medizinisches Versorgungszentrum realisierbar ist.

Mainz

News, Geschichten, Umfragen und mehr Neuer WhatsApp-Kanal vom SWR Studio Mainz

Wir - das SWR Studio Mainz - haben jetzt einen WhatsApp-Kanal. Dort gibt es Nachrichten, nette Geschichten für zwischendurch und vieles mehr aus Rheinhessen und von der Nahe.

SWR4 RP am Morgen SWR4 Rheinland-Pfalz

Rheinland-Pfalz

Studienplatzmangel in der Medizin Wenige Medizin-Studierende in Rheinland-Pfalz

Gerade einmal elf Studienplätze kamen 2024 in Rheinland-Pfalz auf 100.000 Einwohner. Damit landet das Land im Bundesvergleich nur auf dem 13. Platz.

Erstmals publiziert am
Stand
Autor/in
Karin Pezold
Andreas Neubrech
Andreas Neubrech

Unsere Quellen

Transparenz ist uns wichtig! Hier sagen wir Ihnen, woher wir unsere Infos haben!