Die SPD-Landtagsabgeordnete Nina Klinkel hatte zu dem Treffen eingeladen. Neben Ortsbürgermeistern waren auch Vertreter der Polizei dabei. Ein klares Konzept wurde nicht gefunden. Aber bei dem Austausch wurde deutlich, wie groß das Maß an Vandalismus im ländlichen Rheinhessen ist.
Vandalismus beschäftigt Gemeinden
Ein sichtlich aufgebrachter Bürgermeister der Gemeinde Essenheim (Landkreis Mainz-Bingen), Winfried Schnurbus, berichtete über eine zerstörte Sandstein-Sitzgruppe. Im Juni hatten Unbekannte das sogenannte Tor zur Champagne komplett zerstört.
Viele Sachbeschädigungen in Rheinhessen
Das Tor ist ein beliebtes Ausflugsziel. Hier machen zum Beispiel Wanderer gerne Halt. Denn die besondere Sitzgelegenheit lädt zum Verweilen bei idyllischer Aussicht ein. Doch von den Sandstein-Sitzen ist nicht mehr viel übrig.
Hoher Sachschaden für Gemeinde Essenheim
Essenheims Ortsbürgermeister berichtete, dass ein Sachschaden in Höhe von 7.000 Euro entstanden sei. "Diese soliden Steinplatten zu zerstören, das geht nicht mit bloßen Händen", so Schnurbus. Er vermutet, dass die Täter nachts mit schwerem Gerät angerückt sind." In diesem Ausmaß ist das kein Dumme-Jungen-Streich mehr", findet der Essenheimer Ortschef.
Vandalismus auch in Stadecken-Elsheim
Fälle von Vandalismus gibt es auch in vielen anderen rheinhessischen Gemeinden. Im Ingelheimer Stadtteil Großwinternheim versuchten Unbekannte vor kurzem, Fenster des Bürgerhauses einzuwerfen. In Stadecken-Elsheim wurde Mitte Juli sogar ein Stromkasten in die Luft gesprengt. Außerdem brannten dort Mülltonnen, in einer Grillhütte war gezündelt worden.
Strenge Datenschutzregeln Videoüberwachung nach Vandalismus in Stadecken-Elsheim möglich
Explosion in einem Stromkasten, brennende Mülltonnen, Verwüstungen: In Stadecken-Elsheim könnte es wegen des großen Vandalismus bald eine Kameraüberwachung geben.
Ortsbürgermeister Thomas Barth (CDU) forderte daraufhin in einem emotionalen offenen Brief, dass in Stadecken-Elsheim Videokameras aufgehängt werden sollten.
Experten beraten die Gemeinden
Bei dem Treffen am Montagabend wurden die Vertreter der Gemeinden auch von der Polizei und Experten für Kriminalitätsprävention beraten. Ein Stadtratsmitglied aus Ludwigshafen berichtete von einem Pilot-Projekt zur Videoüberwachung gegen das illegale Entsorgen von Müll.
Die SPD-Landtagsabgeordnete Nina Klinkel kündigte an, den Landesdatenschutzbeauftragten zu kontaktieren. Gemeinsam mit kommunalen Vertretern solle dann erörtert werden, ob Videoüberwachung auch in Rheinhessen eingesetzt werden könnte.