Harald Reitemeyer aus Bingen ist erbost. Schon seit dem 18. Dezember fühlt sich sein Frisörsalon "Haralds Haarwerkstatt" eher an wie ein Kühlschrank, als wie ein Ort, an dem sich Kunden wohlfühlen könnten.
Kunden mit Wasserkocher die Haare gewaschen
Anfangs hat sich der Frisör noch umständlich mit Heizlüftern beholfen und mit Hilfe von Wasserkochern den Kunden die Haare gewaschen. Doch auch dafür sei es jetzt viel zu kalt. Sieben Grad misst er in seinem Salon derzeit.
Deshalb kann er jetzt gar nicht mehr arbeiten - und verdient auch kein Geld. Vor allem schmerzt Reitemeyer, dass ihm das Weihnachts- und Silvestergeschäft flöten gegangen sind. Denn das sei genau die Zeit, in der sich besonders viele Menschen ihre Frisuren aufhübschen ließen.
Mieter in Bingen zum Teil vorübergehend ausgezogen
"Ich wohne Gott sei dank nicht in dem Haus", sagt Frisör Reitemeyer. Anders gehe es den Mietern von sechs weiteren Haushalten, die das Gebäude bewohnen. Einige von ihnen seien zwischenzeitlich bei Freunden oder Verwandten untergekommen. Mittlerweile seien sie wieder zurück, berichtet der Frisör. Sie könnten immerhin wieder heizen, aber auf warmes Wasser warteten auch sie noch vergeblich.
Bei Frisör Reitemeier dagegen funktioniert die Heizung weiterhin nicht. Er kommt regelmäßig in seinen "Kühlschrank" und sieht nach dem Rechten. Aber noch immer ist keine Rettung in Sicht, die Heizung bleibt kalt.
Immer wieder Ärger mit Wohnungsgesellschaft Vonovia
Vonovia selbst hat sich bislang nicht zu den massiven Problemen in Bingen geäußert. Die Wohnungsgesellschaft hat zahlreiche Immobilien im gesamten Bundesgebiet und vermietet mehr als 470.000 Wohnungen. Ähnliche Probleme wie jetzt in Bingen gab es auch schon in anderen Städten, unter anderem in Mainz oder auch in Bad Kreuznach.
Frisör schaltet wegen defekter Heizung Anwalt ein
Reitemeyer kann nicht verstehen, dass das Unternehmen immer noch keine Lösung für das Problem gefunden hat. Die Mieter würden immer wieder vertröstet. Angeblich fehlten Ersatzteile, um die Heizung zu reparieren, heiße es von einem Dienstleister, der für Vonovia die Heizung wartet.
Reitemeyer hat nun einen Anwalt eingeschaltet. Ob das etwas nutzt, ist ungewiss. Klar ist nur: Er hat viel Geld verloren und seine Kunden lassen sich nun woanders frisieren. Ob sie alle zurückkommen, ist fraglich.
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