Die Staatsanwaltschaft Frankenthal geht inzwischen offenbar davon aus, dass der Mann in Notwehr gehandelt hat. Ein Grund dafür scheint zu sein, was der Beschuldigte selbst aus der Tatnacht berichtet: Demnach hat der Getötete ihn zuerst angegriffen. Der 20-Jährige sei gerade aus privaten Gründen mit einem Freund in Maudach gewesen, da seien sie von mehreren schwarz gekleideten Gestalten, allesamt mit Sturmhauben vermummt, attackiert worden. Einer von denen habe mit einer Reizgaspistole das Feuer eröffnet.
Daraufhin hat der Beschuldigte mit seiner Waffe zurückgeschossen - und getroffen: ein 26-Jähriger starb. Ein 23-Jähriger bekam eine Kugel durch die Schulter ab. Der Staatsanwaltschaft zufolge erklärte der 20-Jährige seine Schüsse damit, dass er Todesangst gehabt habe.
Die Spuren am Tatort passen
Die Staatsanwaltschaft Frankenthal weist darauf hin, dass die Geschichte des jungen Mannes durchaus mit dem, was die Polizei bisher ermittelt hat, zusammenpasst: "So fanden sich an einem am Tatort geparkten Pkw Spuren von Reizgas. Der Getötete trug eine Sturmmaske, schwarze Handschuhe und führte ein Messer bei sich."
Noch viele Fragen offen
Warum der Mann bei einem Ausflug, den er "aus privaten Gründen" gemacht hat, eine Waffe bei sich hatte, will die Staatsanwaltschaft noch herausfinden. Einen Waffenschein besitze der 20-Jährige nicht, deswegen werde gegen ihn ermittelt. Die Waffe sei bislang noch nicht gefunden worden. Auch wenn der Beschuldigte nun auf freiem Fuß sei, wissen die Behörden, wo er sich aufhält.
In der Zwischenzeit versucht die Staatsanwaltschaft herauszufinden, wer die anderen Angreifer waren. Einige habe man bereits ermitteln können. Am Freitag sind in Ludwigshafen die Wohnungen von zwei Verdächtigen durchsucht worden. Die Beamten haben den Angaben zufolge Pfefferspray, Schreckschusspistolen, und Hieb- und Stichwaffen gefunden. Und eine Sturmhaube.