Tod des Hundes "Lucky"

Ludwigshafen: Chihuahua von Polizist bei Kontrolle erschossen

Nach dem tödlichen Schuss eines Polizisten auf einen Hund in Ludwigshafen fordern Bürger in einer Online-Petition die lückenlose Aufklärung des Vorfalls. Was bislang bekannt ist.

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Von Autor/in Martin Gärtner

Dramatische Szene am Samstagabend in der Ludwigshafener Gartenstadt: Bei einer Polizeikontrolle um 20:40 Uhr in der Batschkastraße fällt plötzlich ein Schuss. Getroffen wird Chihuahua-Hund "Lucky". Er stirbt wenig später in der Praxis eines Tierarztes.

Beim Gassigehen erschossen

"Lucky" war Gassigehen mit seinem 36-jährigen Herrchen, als plötzlich auf einem unbeleuchteten Parkplatz die Polizisten auftauchten. Sie fahndeten nach einem Täter mit Hund, der 20 Minuten zuvor in der Kallstadter Straße den Mitarbeiter einer Gaststätte mit einer Schusswaffe bedroht hatte.

Erste Pressemitteilung: "Hundebesitzer ist der Täter"

In einer ersten Pressemitteilung schrieb das Polizeipräsidium Rheinpfalz in Ludwigshafen, der kontrollierte Besitzer von "Lucky" sei der Gaststätten-Täter gewesen. Der Chihuahua sei auf die Beamten losgerannt, deshalb sei der Schuss abgegeben worden. Gegen den 36-Jährigen sei ein Strafverfahren eingeleitet worden wegen Bedrohung mit einer Schusswaffe. Die Waffe sei bei dem Mann allerdings nicht gefunden worden.

Anwohnerinnen und Anwohner in Ludwigshafen gedenken dem erschossenen Chihuahua.
Anwohnerinnen und Anwohner in Ludwigshafen gedenken dem erschossenen Chihuahua.

Korrektur in zweiter Pressemitteilung

In einer zweiten Pressemitteilung wurde die ursprüngliche Darstellung zurückgezogen. Jetzt schreibt die Polizei, der Chihuahua-Besitzer habe nichts mit dem Vorfall in der Gaststätte zu tun. Warum der Schuss fiel, bleibt offen. Das Polizeipräsidium hat zwei Anfragen des SWR bisher nicht beantwortet.

Polizei bedauert den Tod von "Lucky"

In der zweiten Pressemitteilung bedauert die Polizei den Tod von "Lucky". Wörtlich heißt es in dem Text:

Das Polizeipräsidium Rheinpfalz und der betroffene Beamte bedauern den Tod des Hundes und die Folgen für den Hundehalter sehr.

Ob und wie der Hundebesitzer entschädigt wird, ist noch offen. Die Polizei ermittelt zur Schuss-Abgabe und wird die Ergebnisse der Staatsanwaltschaft zur Kontrolle vorlegen.

Bürger fordern jetzt in einer Online-Petition die lückenlose Aufklärung des Vorfalls. Sie verlangen, dass der betroffene Polizist vorläufig vom Dienst supspendiert wird. Bis Dienstagvormittag hatten 1.250 Menschen die Petition unterzeichnet.

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Bild von Reporter Martin Gärtner aus dem SWR-Regionalbüro Bad Neuenahr-Ahrweiler in Rheinland-Pfalz.

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