Archäologen arbeiten sich jetzt im Landauer Stadtteil Wollmesheim mehr als ein Jahr lang in den geschichtsträchtigen Untergrund vor. Eigentlich sollte auf der Fläche ein neues Stadtquartier mit mehr als 800 Wohnungen entstehen. Das muss jetzt warten.
Hoffen auf spannende Funde
Bagger haben auf der 40.000 Quadratmeter großen Ausgrabungsfläche schon einen Teil der oberen Erdschicht abgetragen. Auf dem glatten, festen Lehmboden haben die Archäologen die Flächen mit unterschiedlich gefärbten Böden besonders markiert. Dort sucht das Team mit Spaten, Schaufeln und in Handarbeit nach Hinweisen und Funden aus der Eisenzeit.
Riesige Ausgrabungsfläche wird erschlossen
Insgesamt 32 Gräben sollen auf der großen Wiese am Stadtrand von Landau in den kommenden Monaten gegraben werden. David Hissnauer von der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz geht dort von einer hohen Anzahl archäologischer Funde und Erkenntnisse aus. Denn bei Voruntersuchungen seien unter anderem Siedlungs- oder Vorratsgruben der Hallstattzeit gefunden worden, benannt nach dem berühmten Gräberfeld bei Hallstatt in Österreich. Solche Funde seien hier eher selten und deshalb besonders wichtig, sagte David Hissnauer. Die Ausgrabungsarbeiten werden etwa 13 Monate dauern.
Ausgrabung kostet 1,9 Millionen Euro
Die Stadt Landau als Eigentümerin der Fläche finanziert die Ausgrabungsarbeiten mit rund 1,9 Millionen Euro. Das neue Landauer Stadtquartier muss also erst einmal warten. Es kann laut Stadtverwaltung erst nach Abschluss der Ausgrabungen erschlossen werden. Das wäre dann voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte 2026.