Die Wildschweine haben nach Angaben der Stadt Koblenz in den vergangenen Wochen viele Gräber und Grünflächen auf dem Hauptfriedhof und dem Friedhof im rechtsrheinischen Stadtteil Horchheim zerstört. Jetzt soll der Hauptfriedhof bis auf weiteres von abends 20 Uhr bis morgens 6 Uhr geschlossen bleiben, teilte die Stadt mit. Denn die Stadt will die Wildschweine dort ab sofort bejagen. In Horchheim werden die Eingänge erstmal nur mit Warnbarken zugestellt.
Betreten des Friedhofs nachts streng verboten
Es bestehe Lebensgefahr. Das Betreten des Hauptfriedhofs sei nachts aus Sicherheitsgründen verboten, heißt es in einer Mitteilung der Stadt. Die Jäger seien dafür verantwortlich, dass sich im besagten Zeitraum niemand mehr auf dem Friedhof aufhalte. Sie hätten die Jagdaufsicht und müssten entsprechend vorsichtig sein - auch im Hinblick auf Obdachlose, die dort manchmal schliefen. Die Stadt Koblenz hat nach eigener Auskunft Hinweisschilder angebracht und sperrt den Friedhof abends ab.
Kein Erfolg in der ersten Nacht
In der ersten Nacht konnten die Jäger laut Stadt noch keine Wildschweine erlegen. Aktuell gehen die Verantwortlichen von mindestens acht Tieren in zwei Rotten aus. "Da die Tiere aus dem umzäunten Gelände nicht weg können, wird sich der Fortschritt gut nachvollziehen lassen. Aber das wird mehrere Tage oder gar Wochen dauern", sagt Verena Groß vom Grünflächenamt Koblenz.
Wildschweine finden in Gärten oft Nahrung
Auch in mehreren Wohngebieten in Lahnstein haben Wildschweine in den letzten Wochen große Schäden angerichtet - besonders in Niederlahnstein. Laut Stadt haben sie dort Rasenflächen umgegraben und Gärten verwüstet. Es komme immer wieder vor, dass Schwarzwild in die Nähe von Häusern vordringe, heißt es.
Die Stadt Lahnstein sieht mehrere Gründe für die aktuelle Wildschweinplage: Einerseits habe der milde Winter dafür gesorgt, dass mehr Frischlinge überlebten. Gleichzeitig gebe es in den waldnahen Wohngebieten leicht zugängliche Nahrung für die Tiere - zum Beispiel auf Komposthaufen oder unter Rasenflächen, in denen die Tiere nach Würmern und Insekten suchen. Deshalb sei es wichtig, dass Grundstückseigentümer Grün- sowie Gartenabfälle nicht frei zugänglich lagerten, teilte die Stadt mit. Auch ein stabiler Zaun könne helfen, die Tiere fernzuhalten.
Störung der Totenruhe Wildschweine sorgen auf Friedhöfen für Ärger
Wildschweine beschädigen in einigen Städten in Rheinland-Pfalz Gräber. So etwa in Koblenz, Kaiserslautern und Trier. Besonders betroffen sind Friedhöfe in Waldnähe.
Jagdverbot in Lahnsteiner Wohngebieten
Wohngebiete gehören in Lahnstein nach Angaben der Stadt in der Regel zu den sogenannten "befriedeten Bezirken". Dort herrsche grundsätzlich ein Jagdverbot. Außerhalb dieser Bereiche würden die Wildschweine aber bejagt, heißt es.
Ein Patentrezept, mit dem sich das Problem kurzfristig lösen lässt, gibt es laut den Verantwortlichen nicht. Die Stadt setze deshalb gemeinsam mit den Jagdpächtern auf Treib- oder Drückjagden. Diese finden jedes Jahr statt, um die Wildschweinbestände insgesamt zu reduzieren.
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Bei Begegnung mit Wildschweinen: Ruhe bewahren!
Die Stadt Lahnstein empfiehlt: Wer einem Wildschwein begegnet, sollte vor allem Ruhe bewahren. Denn die Tiere könnten sehr gut riechen, aber vergleichsweise schlecht sehen. Sie würden Menschen deshalb unter Umständen erst auf kurze Entfernung wahrnehmen.
Wer auf ein Tier treffe, solle daher nicht wegrennen, sondern sich bemerkbar machen und langsam zurückziehen. Wichtig sei es außerdem, dem Tier immer einen Fluchtweg offenzuhalten. Hunde sollten bei einer Begegnung unbedingt an der Leine gehalten werden.