In Remagen stellt am Freitag, 28. November, das insolvente Krankenhaus Maria Stern seinen Betrieb ein. Die letzten Patienten wurden schon am Donnerstag entlassen. Die Klinik bestand seit 1892.
Gesundheitsminister will demnächst nach Remagen kommen
Der rheinland-pfälzische Gesundheitsminister Clemens Hoch (SPD) teilte dem SWR mit, dass er demnächst nach Remagen kommen werde, um mit Kommunalpolitikern, Bürgern und Ärzten über die künftige medizinische Versorgung zu sprechen. Der Stadtrat Remagen hatte den Minister um ein Gespräch gebeten.
Verhandlungen um insolventes Krankenhaus sind gescheitert
Die Verhandlungen zur Rettung des Krankenhauses in Remagen haben demnach am Montagabend keine entscheidenden Fortschritte gebracht. Der Insolvenzverwalter war nach eigenen Angaben rechtlich gezwungen, den Klinikbetrieb in Remagen einzustellen.
Eine Vielzahl von Mitarbeitern könne künftig am Krankenhaus Linz arbeiten, das bis zur Insolvenz im März einen Verbund mit Remagen gebildet hatte. Eine konkrete Zahl nannte der Insolvenzverwalter nicht. Die Mitarbeiter der Krankenhäuser Remagen und Linz wurden am Dienstag auf zwei Versammlungen über die aktuelle Situation informiert.
Reaktionen der Mitarbeiter: Von traurig bis wütend
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter reagierten traurig, enttäuscht und wütend auf das Aus des Krankenhauses in Remagen. Eine Mitarbeiterin sagte dem SWR: "Ich war 30 Jahre hier beschäftigt. Das tut natürlich sehr weh, weil es war wirklich ein familiäres Miteinander hier. Es war immer schön."
Ihre Kollegin reagierte enttäuscht und wütend auf das Ende für den Standort: "Beschissen. Was anderes fällt mir dazu nicht mehr ein. Wir wurden zum Teil echt an der Nase herum geführt von Seiten des Investors und ich finde es einfach sehr traurig. Wir brauchen glaube ich erstmal alle eine Erholungszeit."
Das tut natürlich sehr weh, weil es war wirklich ein familiäres Miteinander hier.
Firma aus Bonn will Grundstück in Remagen kaufen
Die Firma IGPmed aus Bonn, die das Krankenhaus gerne übernommen hätte, teilte mit, sie bedauere das Scheitern der Verhandlungen sehr. Sie wolle nun das Klinikgrundstück kaufen und versuchen, in Abstimmung mit dem Gesundheitsministerium und der Stadt Remagen, im ersten Halbjahr 2026 das Krankenhaus wieder zu eröffnen.
Bürgermeister von Remagen enttäuscht über das Scheitern
Nachdem vor Wochen und Monaten noch die Hoffnung geschöpft wurde, dass es mit dem Krankenhaus in Remagen weitergehen könnte, sei das Scheitern jetzt ein echter Schlag. Das teilt Remagens Bürgermeister Björn Ingendahl (parteilos) gegenüber dem SWR mit. Er sei davon ausgegangen, dass die Übernahmeverhandlungen mit der Firma aus Bonn gelingen.
"Es gibt niemand anderen, in der ganzen Landschaft von Krankenhäusern, der interessiert war. Woran es am Ende gescheitert ist, dass vermag ich nicht zu sagen", so Ingendahl. Wenn man so ein Haus einmal runtergefahren hat, vor allem mit den ganzen Mitarbeitern, dann ist es nach Einschätzung des Bürgermeisters schwierig das Ganze wieder an den Start zu bekommen. Denn es fehle vor allem am geeigneten Personal.
Auch Gesundheitsminister Hoch bedauert die Schließung
Die Entscheidung, dass das Krankenhaus geschlossen wird, sei schmerzlich für die Mitarbeiter und die Patienten der Klinik, sagte Gesundheitsminister Clemens Hoch dem SWR. Die stationäre medizinische Versorgung der Menschen in der Region um Remagen sei dennoch gesichert. Das Ministerium stehe jederzeit für Gespräche über die medizinische Versorgung in der Region zur Verfügung.
Auch Landrätin Cornelia Weigand (parteilos) sieht die Gesundheitsversorgung nicht gefährdet. Die Grundversorgung werde von den Krankenhäusern in Andernach, Bad Neuenahr-Ahrweiler und Linz gewährleistet. Im Krankenhaus Maria-Hilf in Bad Neuenahr-Ahrweiler soll im nächsten Jahr eine Palliativeinheit ihre Arbeit aufnehmen und die Schließung der Palliativstation in Remagen kompensieren.
Trotzdem sei das Aus des Krankenhauses Remagen ein tiefer Verlust für den Kreis, insbesondere für die Stadt Remagen, teilt Weigand mit.