Laut Anklage hatte der Mann Probleme auf der Arbeit, weil er sich einer Kollegin gegenüber nicht korrekt verhalten hatte. Der Chef habe ihm deshalb den Job und eine Wohnung gekündigt, die er an den Mann vermietet hatte.
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Koblenz zündete daraufhin der 44-jährige Angeklagte im Dezember vergangenen Jahres in Nürburg (Kreis Ahrweiler) nachts ein Auto in einem Carport direkt neben dem Haus an, in dem sein ehemaliger Chef mit seiner Familie lebte. Er habe die Stelle sehr gut gekannt und sei deswegen davon ausgegangen, dass die Flammen schnell auf andere Autos und das Haus überspringen würden. Der Angeklagte habe in Kauf genommen, dass die Flammen auf das Haus übergreifen und die schlafenden Menschen verbrennen, so die Staatsanwaltschaft.
Großeinsatz mit mehr als 70 Feuerwehrleuten in Nürburg
Tatsächlich brannten auch mehrere Autos, der Carport und das Wohn- und Geschäftshaus in der Nacht nieder. Die Feuerwehr konnte das Feuer erst im Laufe des Tages löschen. Die Hausbewohner hatten den Brand rechtzeitig bemerkt und konnten ihre Wohnungen unverletzt verlassen.
Anklage wegen versuchten Mordes und besonders schwerer Brandstiftung
Die Staatsanwaltschaft hat Anklage unter anderem wegen versuchten Mordes und besonders schwerer Brandstiftung erhoben. Aus ihrer Sicht ist der 44 Jahre alte Mann davon ausgegangen, dass die Bewohner des Hauses im Schlaf sterben würden. Er habe hinterhältig und aus niedrigen Beweggründen gehandelt.
Für den Prozess am Landgericht Koblenz sind fünf Verhandlungstage geplant. Der Angeklagte hat angekündigt, im Prozess zu schweigen und nur Angaben zu seiner Person zu machen. Ein Urteil wird Ende Juli erwartet.