Die Kamillus Klinik Asbach im Kreis Neuwied soll als gemeinnützige GmbH durch die Deutsche Multiple Sklerose Stiftung NRW (DMSS NRW) weitergeführt werden. Das teilten die Verantwortlichen in Asbach mit. Die DMSS NRW wurde 2002 gegründet, mit dem Ziel, die Versorgung und die Lebenssituation MS-Erkrankter zu verbessern. Nach eigenen Angaben hat die Stiftung zuvor noch nie eine Klinik betrieben.
Die DMSS NRW möchte damit eine aus ihrer Sicht exzellente Fachklinik für MS Patienten erhalten, sagt der Vorsitzende der Stiftung Christian Bonnen: "Der Standort hält alle Disziplinen vor, die man für MS überhaupt brauchen kann."
Durch Übernahme endet Ungewissheit in Asbach
Der alte Träger, die Deutsche Rote Kreuz Trägergesellschaft Südwest, hatte im Dezember vergangenen Jahres ein weiteres Mal Insolvenz angemeldet. Und daraufhin angekündigt, alle Krankenhäuser in Rheinland-Pfalz aufzugeben. Betroffen davon waren unter anderem die Kliniken Alzwey, Hachenburg, Kirchen und Neuwied. Erst wenige Monate zuvor hatten die Krankenhäuser nach eigenen Angaben das erste Insolvenzverfahren erfolgreich abgeschlossen.
Mit der Übernahme durch die DMSS NRW endet eine lange Zeit der Ungewissheit für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und Patientinnen und Patienten in Asbach und der Region. "Wir danken allen Unterstützern, die zu dieser zukunftsfähigen Lösung beigetragen haben", sagt der künftige ärztliche Geschäftsführer Dr. Dieter Pöhlau. Er hat zuvor als Chefarzt der Neurologie in Asbach gearbeitet.
Personal in Asbach soll übernommen werden
Der neue Träger wird laut Klinik alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Standortes übernehmen. "Ein Abbau von Personal ist nicht geplant und wir freuen uns, dass wir mit dem fachlich hochkompetenten und zuverlässigen Team die Zukunft der Kamillus Klinik Asbach gestalten können, denn die Zukunft der Klinik funktioniert nur, wenn alle an einem Strang ziehen", erklärt Pöhlau.
Schwerpunkte: Neurologie, Innere Medizin und Intensivmedizin
Die Kamillus Klinik Asbach soll wie bisher die medizinische Versorgung mit allen Leistungsbereichen in den Schwerpunkten Neurologie, Innere Medizin, Intensivmedizin und Schlaganfallversorgung sowie der medizinischen Notfallversorgung sicherstellen. Der Notarztstandort soll erhalten und ausgebaut werden.
Das Zentrum für Multiple Sklerose (MS) soll unter dem neuen Träger weiter gestärkt werden. Zusätzlich soll ein Bereich der Rehabilitation nach neurochirurgischen Eingriffen und neurologischen Erkrankungen geschaffen werden.