Mario Wingender steht auf einer Leiter und stellt noch letzte Lampen ein, währenddessen klingelt sein Handy - der 28-Jährige hat noch einiges zu tun, bevor am Samstag die ersten Gäste in die Mayener Innenstadt strömen. Er und seine Schwester Eva sind Schausteller auf dem Lukasmarkt. Sie betreiben unter anderem den Breakdancer, ein Fahrgeschäft mit Gondeln, die sich schnell um die eigene Achse drehen.
Schausteller-Familie in sechster Generation
Die Familie Wingender sind allerdings keine Neulinge im Geschäft. Eva und Mario führen das Familienunternehmen in sechster Generation weiter. Schon seine Urgroßeltern seien auf dem Lukasmarkt gewesen, erzählt Wingender stolz. Nach wie vor packt bei einem Großereignis wie dem Lukasmarkt die ganze Familie mit an - auch die Eltern und Großeltern von Mario und Eva. Die Familie betreibt neben dem Breakdancer auch noch eine Kinderachterbahn, Essensstände und Kuscheltierautomaten. Dabei habe jeder so seine eigene Zuständigkeit. "Jeder da, wo er seine Stärken hat", sagt Mario Wingender.
Zukunft als Schausteller war schon früh klar
Für Eva und Mario war schon früh klar, dass sie irgendwann mal Schausteller werden. Schon als Baby habe ihre Mutter sie im Kindersitz mit in die Kasse des Breakdancers genommen, erzählt Eva Wingender. "Wir haben immer schon mitgeholfen", sagt sie. Ihre Eltern hätten ihnen offen gelassen, nach der Schule zu studieren oder eine Ausbildung anzufangen. Für die beiden Geschwister sei aber eigentlich immer klar gewesen, dass sie mal in den Betrieb ihrer Eltern einsteigen. "Wir lernen hier so viel, das kann uns eigentlich kein Betrieb beibringen", schwärmt Eva Wingender.
Während Mario sich vor allem um den Breakdancer kümmert, ist Eva für die Organisation und Planung zuständig. Außerdem kümmert sie sich aktuell um das erst im Frühjahr wieder eröffnete Trampolino in Andernach, eine Art Indoor-Spielplatz für Kinder. Das habe die Familie damals gebaut, um in den Wintermonaten ein zweites Standbein neben der Schaustellerei zu haben.
Das Herz hängt halt einfach hier dran.
Lukasmarkt jedes Jahr ein Highlight für die Familie
Obwohl die Familie im Jahr bei bis zu 25 Festen zu Gast ist, sei der Lukasmarkt für die Familie aus Mayen nach wie vor etwas ganz besonderes. "Es ist unsere Heimatstadt, wir haben Freunde und Familie hier, es ist einfach immer ein Feeling", sagt Eva Wingender. Es mache einfach Spaß, die Stadt zu beleben, so Mario Wingender. "Das Herz hängt halt einfach hier dran".
Vorbereitungen für den nächsten Lukasmarkt starten schon dieses Jahr
Wie viel Arbeit hinter solchen Fahrgeschäften wie dem Breakdancer steckt, sehe der Besucher meist gar nicht, sagt Mario Wingender. So müsse man sich beispielsweise vorher schon mit der Stadt um einen geeigneten Stellplatz auf dem Lukasmarkt kümmern. Außerdem müssten auch wie bei anderen Unternehmen Dinge wie Personal und Finanzen geregelt werden. "Es muss sich um alles gekümmert werden, wie in einem normalen Betrieb auch, nur dass unserer halt unterwegs ist", sagt Mario Wingender.