Verdachtsfälle in Rheinland-Pfalz

Geflügelzüchter zur Vogelgrippe: "Wir hoffen, der Vogelzug ist bald vorbei!"

Wir haben mit dem Geflügelzüchter Daniel Elsner aus Seibersbach im Hunsrück darüber gesprochen, was er tut, um seinen Bestand vor der Vogelgrippe während des Vogelzugs zu schützen.

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Stand

SWR1: Sie halten rund 13.000 Tier auf Ihrem Hof. Machen Sie sich Sorgen mit Blick auf die aktuelle Lage?

Daniel Elsner: Natürlich, die Sorgen sind berechtigt. Wir haben schon weitreichende Sicherheitsmaßnahmen wie Stallkleidungswechsel, Schuhwechsel und Desinfektion, aber das ist eigentlich unser tägliches Brot. Wir sind schon sehr bedacht und halten die Augen und Ohren immer auf.

Geflügelzüchter: Zum Schutz wird "gestrippt"

SWR1: Wie schützen Sie Ihre Tiere genau?

Elsner: Wir schützen die Tiere, indem wir keinen Eintrag in den Bestand bringen. Indem wir uns täglich bei jedem Stall umziehen. Das heißt Schutzanzüge, Schuhe, Handschuhe, Desinfektion. Wenn wir von einem Stall zum anderen gehen, wird immer "gestrippt". Da wird sich immer ausgezogen und neue Kleider angezogen. […]

Geflügelzüchter zur Vogelgrippe: Panik schüren ist etwas Falsches

SWR1: Was hören Sie, wenn Sie mit dem Verkaufswagen auf den Märkten unterwegs sind? Werden Sie auf die Vogelgrippe angesprochen?

Elsner: Ja, da kommt die ein oder andere Frage und dann muss ich sagen: […] Wir müssen unsere Hausaufgaben machen. Wir müssen unsere Schutzmaßnahmen weitestgehend ordentlich machen. Wir müssen das alles beobachten und sachlich an die Lage rangehen.

Jetzt Panik zu schüren wäre ja auch etwas Falsches, sondern wir müssen jetzt besonnen an die Sache rangehen […] und hoffen, dass der Vogelzug bald durch ist.

Wir sind in Seibersbach in der glücklichen Lage, dass bei uns keine größeren Flüsse oder Seen und keine großen Wildpopulationen und keine Rastplätze von Vögeln sind. Da sind wir topografisch gesehen in einer guten Lage.

Geflügelzüchter zur Vogelgrippe: Positiv denken und hoffen, der Vogelzug ist bald vorbei

SWR1: Trotzdem könnte es passieren, dass ein infizierter Vogel quasi vom Himmel fällt. Sie halten Gänse, die sind auf der Wiese. Sind diese Wiesen zum Beispiel mit Netzen abgedeckt? Das geht doch gar nicht.

Elsner: Nein, das ist zu weitreichend. Wir hoffen, dass wir ein bisschen weiter weg sind von den größeren Seen und Flüssen und von den Rastplätzen, wo die Wildvögel Halt machen. Das ist schon mal eine sehr gute Ausgangsposition und dann halten wir die Augen und Ohren offen.

SWR1: Sind die Martins- oder die Weihnachtsgansbraten dieses Jahr in Gefahr? Wie ist Ihre Einschätzung?

Elsner: Nein, man darf da jetzt keine falsche Panik machen. Man muss besonnen an die Sache rangehen, […] schauen, was passiert, und hoffen, dass der Vogelzug bald vorüber ist. Einfach positiv denken, sonst brauchen wir morgens gar nicht mehr aufzustehen!

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