"Ich würde auf jeden Fall sagen, dass TikTok wirklich süchtig macht", sagt die 14-jährige Almina Göcer. "Die Plattform basiert auf deinen Interessen. Du bekommst nur angezeigt, was du sehen willst. Je mehr du scrollst, desto süchtiger wirst du", ist sich Almina sicher.
So sieht das auch ihr Mitschüler Johann Täffner. "Wenn man von der Schule nach Hause kommt, hat man nicht immer Lust, direkt etwas für die Schule zu machen", sagt er. "Da setzt man sich dann eher mal an den Schreibtisch oder ins Bett und geht auf TikTok. Da gibt's dann viele kurze Videos, von denen man schonmal 100 Stück schaut. Wenn es dabei bleiben würde, wäre es ja noch okay, aber man verliert halt das Zeitgefühl."
Bewusster Umgang als Schlüssel zur Suchtprävention
Damit die Schülerinnen und Schüler nicht abhängig von Social Media werden und die Kontrolle über ihr Nutzungsverhalten behalten, ist das immer wieder Thema am Veldenz Gymnasium. Die Jugendlichen beschäftigen sich in Workshops und KI-Kursen mit dem verantwortungsvollen Umgang mit Künstlicher Intelligenz und Social Media. "Wir haben tatsächlich schon in Klassenstufe sechs einen Workshop für die Schülerinnen und Schüler", sagt Lehrerin Lisa Häßel. "Da wird dann auch geschaut: Wie viel Bildschirmzeit haben die Schüler und wie benutzen sie ihre Smartphones."
Um nicht süchtig nach TikTok und Co. zu werden, gibt es zum Beispiel einen einfachen Trick, sagt Lehrerin Lisa Häßel. "Ganz sinnvoll ist es da, sich bewusst zu machen, wie viel Zeit ich am Handy verbringe. Da ist der eine oder andere vielleicht doch mal erschrocken, wie viel Zeit das am Ende tatsächlich ist", sagt Lisa Häßel. Außerdem könne es nicht schaden, sein Smartphone während des Lernens auszuschalten und es abends nicht mit ins Bett zu nehmen."
EU-Kommission sieht bei TikTok Suchtpotential
Auch die EU-Kommission sieht TikTok als Gefahr - vor allem für Kinder und Jugendliche. Ihrer Ansicht nach verstößt das soziale Netzwerk TikTok mit seinem "süchtig machenden Design" gegen das EU-Gesetz über digitale Dienste.
Das Veldenz Gymnasium in Lauterecken will dran bleiben und auch in Zukunft die Medienkompetenz der Schülerinnen und Schüler fördern. Die Idee ist es, das Thema in den Informatik-Schulstunden und an sogenannten Methodentagen regelmäßig zu behandeln. Spätestens ab dem Schuljahr 2028/29 wird Informatik an allen rheinland-pfälzischen Schulen Pflichtfach sein.