Wer nach Baumholder kommt, spürt schnell: Hier ist die deutsch-amerikanische Freundschaft kein Lippenbekenntnis, sondern gelebter Alltag. Seit 75 Jahren prägen die US-Streitkräfte die Stadt, ihre Menschen und ihre Geschichte. Für Verbandsbürgermeister Bernd Alsfasser ist das längst Teil seiner eigenen Biografie.
Schon als Kind war Verbandsbürgermeister Alsfasser von den Amerikanern begeistert
"Ich bin froh, dass die US-Amerikaner hier vor Ort sind. Wir pflegen einen sehr guten Kontakt und es macht mir jeden Tag Freude, mit ihnen zusammenzuarbeiten", sagt der gelernte Maurer und Stahlbetonbauer. Für ihn steckt in Baumholder "unwahrscheinlich viel USA" – und genau das mache die Region so besonders. Die Verbundenheit zu den Amerikanern begann aber nicht erst im Rathaus, erzählt er mit einem Glänzen in den Augen.
Bereits als Kind lebte Alsfasser Tür an Tür mit amerikanischen Soldaten, weil seine Eltern an eine US-Familie vermietet hatten. Aus den Begegnungen wurden Erinnerungen, aus Erinnerungen echte Freundschaften. Heute läuft der Bürgermeister sogar regelmäßig morgens mit US-Soldaten über das Kasernengelände und nimmt jedes Jahr an dutzenden militärischen Veranstaltungen teil. "Die deutsch-amerikanische Freundschaft ist ein gewachsenes Miteinander – und vor allem einzigartig", sagt er voller Überzeugung.
Freundschaften bis ins Pentagon: Baumholder verbindet
Wie eng die Beziehungen inzwischen geworden sind, zeigen "once in a lifetime" Erlebnisse. Mit ehemaligen Kommandeuren hält Alsfasser bis heute Kontakt. Eine frühere Brigade-Kommandeurin arbeitet inzwischen als Drei-Sterne-Generalin im Pentagon.
Ein anderer hochrangiger Offizier ermöglichte ihm sogar einen exklusiven Besuch im Weißen Haus und im Kapitol. "Das erlebt man nicht wieder. Ich bin dafür unheimlich dankbar", erzählt der Verbandsbürgermeister. Für ihn sind aus dienstlichen Kontakten längst persönliche Freundschaften entstanden, die weit über Baumholder hinausreichen.
Ein Blick hinter die Kulissen: Auf dem Airfield entsteht ein riesiges Festgelände
Schon Tage vor dem Jubiläumswochenende herrscht auf dem Airfield des Truppenübungsplatzes Hochbetrieb. Tausende Quadratmeter Festfläche, ein riesiges Festzelt, Fahrgeschäfte, Bühnen und Technik werden aufgebaut. Alsfasser hat sich selbst vor Ort ein Bild gemacht – und war beeindruckt. "Ich bin regelmäßig da draußen und gerade echt überwältigt. Mit wie viel Manpower die Amerikaner dort arbeiten, ist phänomenal."
Weil das Fest erstmals auf dem Truppenübungsplatz Baumholder stattfindet, können nun auch deutsche Besucher einen Bereich erleben, der sonst nicht öffentlich zugänglich ist. Fallschirmspringer, Militärfahrzeuge, Live-Musik, Feuerwerk am höchsten Nationalfeiertag der Amerikaner (4. Juli) und ein abwechslungsreiches Familienprogramm sollen das Jubiläum zu einem besonderen Erlebnis machen.
75 Jahre Freundschaft: ein Blick voller Zuversicht nach vorn
Für Bernd Alsfasser ist das Jubiläum weit mehr als ein großes Volksfest. Es ist ein Zeichen einer gewachsenen Partnerschaft, die Baumholder wirtschaftlich, gesellschaftlich und menschlich geprägt hat. Sorgen vor einem Abzug der US-Streitkräfte hat er nicht. Im Gegenteil: Neue Wohnungen, Schulen und Investitionen in Milliardenhöhe sprechen aus seiner Sicht eine deutliche Sprache. "Ich glaube nicht an einen Abzug", sagt er überzeugt.
Sein Wunsch ist klar: Dass die deutsch-amerikanische Freundschaft auch in den kommenden Jahrzehnten genauso lebendig bleibt wie in den vergangenen 75 Jahren. Und dass Baumholder weiterhin das Herz dieser besonderen Verbindung bleibt.
Parken und Eintritt zur Jubiläumsfeier sind kostenlos
Wer am Wochenende hinter die Kulissen des NATO-Truppenübungsplatzes schauen will und drei Tage Feierlichkeiten erleben will, kann das kostenlos tun. Der NATO-Truppenübungsplatz Baumholder liegt etwa eineinhalb Kilometer nordöstlich von Reichenbach und gut 5 Kilometer nördlich von Baumholder.
Parkmöglichkeiten sind laut Veranstalter ausreichend vorhanden und ausgeschildert. Der Eintritt zum Jubiläumsfest rund um den 4. Juli - den Nationalfeiertag der Amerikaner - ist frei. Die Reise mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist ebenfalls organisiert. Für Amerikaner fahren auch ab Kaiserslautern regelmäßig Busse.