Ortsgemeinde und zwei Unternehmen kaufen Brauerei

Drei Jahre nach dem Aus von Bischoff Bier: Lösung für Gelände in Winnweiler gefunden

Lange war es unklar, wie es mit dem mehr als drei Hektar großen Gelände der Brauerei Bischoff in Winnweiler weitergeht. Nun wurde eine Lösung gefunden. Dafür hat sich die Ortsgemeinde mit zwei Unternehmen zusammengeschlossen.

Teilen

Stand

Von Autor/in Sebastian Stollhof

"Für die Orts- und Verbandsgemeinde ist es von großer Bedeutung und Wichtigkeit, dass auf dem ehemaligen Brauereigelände keine Industriebrache entsteht, die dann die bekannten Probleme nach sich zieht", sagt Rudolf Jacob (CDU), der Bürgermeister der Ortsgemeinde und der Verbandsgemeinde Winnweiler.

Befürchtungen, an der Straße in Richtung Imsbach könnte es ein "Lost Place" geben, wurden immer mal wieder laut. Zumal sich lange Zeit kein Käufer für das Areal fand. Die ehemalige Brauerei steht seit Herbst 2022 leer. Zuvor hatte die Brauerei Bischoff Ende 2020 Insolvenz angemeldet, den Betrieb aber zunächst aufrecht erhalten. Zwei Jahre später folgte dann das endgültige Aus nach mehr als 150 Jahren.

Anlagen der Brauerei in Winnweiler wurden verkauft

Ein Nachfolger wurde nicht gefunden, Anlagen wurden abgebaut und verkauft. "Wir hätten gerne jemanden gefunden, der weiterhin in Winnweiler Bier braut", sagte ein Sprecher der Kanzlei Schultze und Braun. Sie kümmert sich um das Insolvenzverfahren von Bischoff.

Stattdessen suchte die Kanzlei nach einer Lösung für das Gelände. Die ist nun gefunden: Die Ortsgemeinde Winnweiler, das Kaiserslauterer Unternehmen Immo 150 und die Firma Schultz aus Imsbach – ein Dachdecker-, Zimmerer- und Gerüstbauunternehmen – haben sich nach eigenen Angaben zu einem Konsortium zusammengeschlossen. Bei Immo 150 handelt es sich um eine Schwesterfirma des Bauunternehmens F.K. Horn.

Keine Industrie mehr auf Gelände am Donnersberg

Die Übernahme des Bischoff-Geländes stehe unmittelbar bevor. Mit dem Insolvenzverwalter und den Gläubigern sei nach monatelangen Verhandlungen eine Einigung erzielt worden. Die sehe so aus, dass das Dreier-Bündnis nicht nur die ehemalige Brauerei übernimmt, sondern auch mehrere land- und forstwirtschaftlich genutzte Grundstücke in der Gemarkung Winnweiler. Das sei insgesamt eine Fläche von mehr als zehn Hektar - also rund 14 Fußballfelder. Über den Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden.

Vor drei Jahren hatte die Brauerei Bischoff den Betrieb am Donnersberg eingestellt. Es war das Aus nach mehr als 150 Jahren.
Vor drei Jahren hatte die Brauerei Bischoff den Betrieb am Donnersberg eingestellt. Es war das Aus nach mehr als 150 Jahren.

Was genau das Konsortium mit dem ehemaligen Brauerei-Gelände - zu dem auch ein Verwaltungsgebäude gehört - plant, könne erst nach Abstimmungsgesprächen mit der Kreisverwaltung gesagt werden. Eine industrielle Nutzung sei jedoch nicht mehr denkbar. Das vor allen Dingen mit Blick auf die zahlreichen Wohnhäuser rund um das Gelände und den Lärm, der dann entstehen würde.

Ortsgemeinde will auf Bischoff-Gelände mitgestalten

"Seitens der Kommune wollten wir auch vermeiden, dass die Grundstücke in Hände kommen, die dort Entwicklungen anstoßen, die für die Nachbarschaft im Speziellen, aber auch für die Gemeinde insgesamt nicht gewünscht sind", sagt Bürgermeister Jacob. Mit den beiden Unternehmen seien zwei Partner im Boot, die Erfahrung im Bereich Bauen - speziell auch mit Konversionsprojekten - hätten.

Kaiserslautern

News, Geschichten, Umfragen und mehr SWR Studio Kaiserslautern bei WhatsApp: So abonnieren Sie den Kanal

Das SWR Studio Kaiserslautern hat einen eigenen WhatsApp-Kanal. Da gibt es Nachrichten, lustige Themen und mehr aus dem Westen der Pfalz.

SWR4 RP am Morgen SWR4 Rheinland-Pfalz

Als Partner sei auch die WVE Kaiserslautern in das Projekt eingebunden. Neben der Vermarktung von Bau- und Gewerbegrundstücken gehören unter anderem auch Photovoltaik-Anlagen zum Portfolio des Unternehmens. "Die WVE bringt die Planungskompetenzen, sowohl im Bereich Bauleitplanung, Erschließung und Altlastensanierung mit, was für die Umsetzung des Projektes ebenfalls von herausragender Bedeutung ist", so der Bürgermeister. Orts- und Verbandsgemeinderat hätten bereits Zustimmung zu diesem Konsortium erteilt. "Nur so ist es der Kommune möglich, die Entwicklungen aktiv mitzugestalten", sagt Jacob.

Erstmals publiziert am
Stand
Autor/in
Sebastian Stollhof
SWR-Reporter Sebastian Stollhof

Unsere Quellen

Transparenz ist uns wichtig! Hier sagen wir Ihnen, woher wir unsere Infos haben!